Man darf den Hügeln nicht ausweichen

27. Januar 20263 Minuten Lesezeit

Marion Krautloher über den Dreiburgenland Marathon, kurze Distanzen – und warum Ehrlichkeit im Laufen entscheidet

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Als Marion Krautloher 2012 in Thurmansbang an den Start über fünf Kilometer ging, war das kein geplanter Rekordversuch. Es war eine Trainingseinheit. Eine kurze, schnelle Belastung – gedacht als Baustein für etwas Größeres. „Wir waren mitten im Marathontraining für Zermatt“, sagt sie. Ihr erster Marathon sollte wenige Monate später stattfinden, mit rund 1900 Höhenmetern. „Da dachte ich mir: Straße, Wiese, Forstweg – das passt.“

Was folgte, war ein Lauf, der bis heute nachwirkt. 18:11 Minuten. Streckenrekord. Und ein Maßstab, der geblieben ist.

Krautloher kam nicht zufällig zum 🔗 Dreiburgenland Marathon. Über die Tiefenbacher Marathonis fand sie den Weg nach Thurmansbang, begleitet von ihrem damaligen Trainer Paulik Hansi. Dessen Satz hat sich eingebrannt: „Wer den Dreiburgenland Marathon laufen kann, kann sich an jeden Marathon wagen.“ Für Krautloher war das keine Übertreibung. Sie lief später zahlreiche Marathons in der Schweiz, ihr Debüt in Zermatt beendete sie in 4:29:56 Stunden. „Ich war so stolz“, sagt sie. Stolz darauf, durchgehalten zu haben – nicht auf eine Zeit.

Die Schwierigkeit der kurzen Distanz

Fünf Kilometer gelten vielen als überschaubar. Für Krautloher ist das Gegenteil der Fall – zumindest auf dieser Strecke. „Der erste Kilometer ist fast flach“, beschreibt sie. „Dann kommen etwa eineinhalb Kilometer über die Wiese. Sehr uneben. Da musst du extrem aufpassen, dass du dich nicht verletzt.“ Erst danach folgt der Forstweg mit einer kleinen Steigung. Und kurz vor dem Ziel: ein weiterer Hügel, rund 300 Meter lang. „Wenn du dort gehen musst, schaffst du keinen Streckenrekord.“

Entscheidend sei nicht nur die körperliche Verfassung, sondern das Wissen um die Strecke. „Leistungssportler kennen ihren Körper“, sagt Krautloher. „Man sollte die Strecke vorher ablaufen, sich einprägen: Wo kann ich alles geben? Wo liegen meine Schwächen?“ Besonders heikel sei die Steigung nach drei Kilometern, kurz vor der Unterführung. „Wer da überzieht und es nicht trainiert hat, der muss den letzten Hügel gehen. Das habe ich oft gesehen.“

Krautloher selbst liebt Hügel. Flache Straßenläufe empfindet sie als eintönig. „Kilometer für Kilometer die gleiche Pace abspulen – das liegt mir nicht.“ In hügeligem Gelände habe sie schon viele Gegnerinnen überholt. „Aber wer nur flache Straßenläufe gewohnt ist, hat auf den fünf Kilometern in Thurmansbang keinen Vorteil.“

Kein Zweifel, nur Überraschung

Gezweifelt hat sie damals nicht. Ihr Körper war hohe Belastungen gewohnt, sie trainierte lange Läufe mit Sprints, oft über 20 Kilometer. Bei Kilometer vier wusste sie, dass die Zeit gut sein würde. Dass sie die selbst gesetzte Marke von 19 Minuten so deutlich unterbieten würde, überraschte sie dennoch. „18:11 hätte ich nicht erwartet.“

Im Ziel überwog nicht Erleichterung, sondern Freude. „Ich war glücklich. Mir tat nichts weh.“ Es war ein Lauf, der bestätigte, dass der eingeschlagene Weg richtig war. „Dass ich einen guten Marathon laufen werde“, sagt sie rückblickend, habe ihr dieser Wettkampf gezeigt.

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Der Dreiburgenland Marathon als Konstante

Bemerkenswert ist, dass Marion Krautloher die Fünf-Kilometer-Strecke nur dieses eine Mal gelaufen ist. Ihre eigentliche Verbindung zum Dreiburgenland Marathon liegt woanders. Sie ist seit Jahren Stammgast auf der Marathonstrecke, hat sie mehrfach gewonnen, wurde mehrfach Gesamtzweite. Auch die 12,45-Kilometer-Distanz kennt sie gut.

„Mega schön“, sagt sie, wenn sie über ihre Rolle als Streckenrekordlerin spricht. Es ist kein Pathos in ihrer Stimme, eher Dankbarkeit. Teil einer 25-jährigen Geschichte zu sein, bedeutet für sie nicht Stillstand, sondern Kontinuität.

Ob sie die fünf Kilometer Einsteigerinnen empfehlen würde? Eher nicht. „Die Verletzungsgefahr auf der langen, unebenen Wiese ist groß.“ Der Lauf sei ehrlich, aber nicht verzeihend. Genau darin liege sein Charakter.

Ein Wunsch zum Jubiläum

Was sie sich für die Zukunft des Dreiburgenland Marathons wünscht, ist schlicht: verletzungsfrei ankommen. „Den Marathon gesund und mit einer guten Zeit beenden.“ Keine große Geste. Kein Rekord. Nur ein weiterer Lauf in einer langen Reihe – getragen von Erfahrung, Respekt vor der Strecke und dem Wissen, dass man den Hügeln nicht ausweichen sollte.


Wer sich selbst ein Bild von dieser Strecke machen möchte, hat dazu im Jubiläumsjahr Gelegenheit. Der 🔗 Dreiburgenland Marathon feiert 2026 sein 25-jähriges Bestehen – und bleibt dabei, was er immer war: ein Lauf, der fordert, ohne sich aufzudrängen.

Informationen zu Strecken, Distanzen und Anmeldung finden sich auf der offiziellen 🔗 Veranstaltungsseite. Wer sich darauf einlässt, wird nicht nur laufen, sondern Teil einer Geschichte werden, die seit einem Vierteljahrhundert von genau solchen Erfahrungen getragen wird.

👉 Zur Veranstaltungsseite des 25. Dreiburgenland Marathons

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