Mein Ausflug in die Schweiz zum Matterhorn Ultraks war ein absolutes Highlight in dem Sommer. Sensationelle Trails am Fuße des Matterhorns erwarten dabei die Läufer und ich habe das Rennen und die Landschaft wirklich genossen.
Schon seit einiger Zeit reizt es mich, an einer Trailrun-Veranstaltung in der Schweiz teilzunehmen. Ich hatte eigentlich schon länger den Eiger Ultra Trail im Visier, mich aber kurzfristig für den Matterhorn Ultraks entschieden.
Ich plante also im Dezember 2024 meine Teilnahme mit Unterkunft in Zermatt. Nach einiger Überlegung habe ich mich für die Stecke des „Sky“ mit 49k und 3600hm entschieden.
Da Zermatt von uns aus nicht gerade um die Ecke ist, ging es für mich um 4 Uhr Freitag früh (einen Tag vor Rennbeginn) mit dem Auto auf die lange Reise. Nach einer über 10-stündigen Autofahrt, inkl. Autozug und Abstellen des Autos in Täsch, ging es mit dem Zug weiter nach Zermatt (Zermatt ist autofrei). Nach einem ca. 1,5 km Fußmarsch kam ich bei meiner Unterkunft an und was soll ich sagen, vom Balkon aus hatte ich direkten Blick auf das Matterhorn. Die kompletten 4 Tage meines Aufenthalts hatte ich, dank perfektem Wetter, zu jeder Tageszeit einen perfekten Blick auf den faszinierenden Berg.
Nach kurzem Aufenthalt und Ankommen in der Ferienwohnung machte ich mich auf den Weg zum Ultraks Plaza um meine Startunterlagen abzuholen. Die Stimmung am Plaza war gut und am Vortag fand bereits das Vertical-Rennen statt.
Auf dem Weg zurück zur Unterkunft habe ich mir die Speisekarten einiger Restaurants angesehen und bin erschrocken über die saftigen Preise. Ich wusste das die Schweiz nicht günstig ist, aber mit 25 CHF für eine Pizza Margherita hatte ich nicht gerechnet.
Die Preis im Supermarkt in der Ortsmitte waren hingegen human.
Das Rennen
Nach einer erholsamen Nacht sollte am Samstag um 7:00 Uhr der Startschuss fallen. Eine für mich angenehme Zeit, da ich mich generell als Frühaufsteher bezeichne, und dies meine liebste Laufzeit ist.
Die Stimmung am Start war zu dieser frühen Tageszeit relativ ruhig. Ich persönlich war aufgeregt und voller Vorfreude auf das bevorstehende Erlebnis. Das Wetter zeigte sich von seiner schönen Seite. Es gibt doch nichts schöneres als einen Sonnenaufgang in den Bergen. Laut Wetterbericht sollte es den ganzen Tag schön bleiben, worüber ich bei meiner geplanten Laufzeit von 10 Stunden sehr froh war.
Schon ist es soweit und es geht los. Beim ersten Aufstieg richtung Sunnegga habe ich mich sehr gut gefühlt und konnte ein gutes Tempo durchlaufen. Nach einem kurzen Abstieg kam der lange Aufstieg richtung Gornergrad, wo man mit einer atemberaubenden Aussicht auf diverse 4000er und den Gornergrad-Gletscher belohnt wurde. Nachdem man dort ein paar Minuten die Aussicht genießen konnte und einige Fotos geschossen hat, ging es über die Riffelalp runter nach Furi, wo auch schon das nächste Highlight auf die Läufer wartet. Eine 100m lange Hängebrücke führt über die Schluchten der Gornera. Leider kamen mir hierbei wieder meine Downhill-Defizite in die quere und ich musst einige steile Passagen gehen. Hier ging einige Zeit drauf, aber da ich mir kein genaues Ziel gesetzt hatte war ich entspannt.
Zwischendurch waren immer wieder kleine Seen auf der Strecke, in denen sich das Matterhorn und andere Berge gespiegelt haben. Stehen bleiben und staunen war pflicht.
Die Verpflegungsstellen waren top ausgestattet mit allem was man während des Rennens benötigt, um wieder Energie für die nächste Etappe zu tanken. Ich persönlich sorge gerne selber für meine komplette Verpflegung während des Rennens, da ich in der Vergangenheit mit einigen Riegeln und Gels keine guten Erfahrungen gemacht habe. 😊 Meine Trinkblase habe ich immer wieder an den Verpflegungsstellen nachgefüllt und mir auch mal eine Cola gegönnt.
Es ging nun runter zur Staffelalp, und auf der anderen Seite rauf bis zur Trift, wo der letzte Verpflegungsposten vor dem Ziel auf uns wartete.
Nach der Trift gings nochmal 100 m bergauf, bevor der letzte Downhill anstand. Nach Zermatt war es noch knapp ein Kilometer. Wenn man bereits 49 km und 3600 hm auf der Uhr hat ist ein Downhill von einem Kilometer kein Zuckerschlecken mehr.
Meine angegebene Zielzeit von 10 Stunden habe ich knapp verfehlt, was sehr wahrscheinlich an meiner mangelnden Downhill-Leistung gelegen hat. Ich muss hier für die nächsten anstehenden Rennen wirklich mehr Zeit und Training investieren.
Eines steht für mich definitiv fest, der Matterhorn Ultraks war mein schönstes Rennen bisher.
Die Landschaft ist der absolute Wahnsinn. Bei klarem Wetter hat man während des gesamten Rennens freie Sicht auf das Matterhorn und die umliegenden Berge.
Die Trails sind wunderschön und man kann überall gut laufen.
Die Organisation und Verpflegung sind sehr professionell und es bleiben keine Wünsche offen.
Die Veranstaltung rund um den Matterhorn Ultraks ist eine absolute Empfehlung für alle Trailbegeisterten. Es gibt jedoch den ein oder anderen Aspekt den man berücksichtigen sollte, wenn man überlegt sich zu dieser Veranstaltung anzumelden. Mit einer Startgebühr von knapp 180 CHF sind die 49 km nicht gerade günstig, allerdings im Nachhinein jeden einzelnen Cent wert.
Zermatt ist ein sehr teures Pflaster. Angefangen bei den Unterkünften bis hin zu einem einfachen Abendessen ist hier nichts auch nur im entferntesten preiswert. Im Supermarkt sind die Preise human, aber wenn man schon mal im Urlaub ist will man sich auch mal was leckeres gönnen. Das fällt hier schon schwer.

0 Kommentare
Melde Dich an, um einen Kommentar zu verfassen.