Chicago-Marathon 2026: Startzeit, Livestream, Favoriten und Hendrik Pfeiffer

Chicago-Marathon 2026: Startzeit, Livestream, Favoriten und Hendrik Pfeiffer
Bild: © SPOFERAN Redaktion | Symbolbild (KI-generiert)

Chicago-Marathon 2026: Startzeit, Livestream, Favoriten und Hendrik Pfeiffer

10. Oktober 20264 Minuten Lesezeit

Jacob Kiplimo verteidigt seinen Titel, Brigid Kosgei kehrt zurück und Hendrik Pfeiffer startet im Weltklassefeld. Alle Infos zu Startzeit, Livestream und Favoriten.

Am Sonntag, 11. Oktober, startet eines der schnellsten Marathonrennen der Welt: Beim Chicago-Marathon 2026 trifft Titelverteidiger Jacob Kiplimo auf ein außergewöhnlich starkes Männerfeld. Bei den Frauen kehrt die frühere Weltrekordlerin Brigid Kosgei an den Ort ihres größten Rekordlaufs zurück. Aus deutscher Sicht steht Hendrik Pfeiffer im Fokus – nach einer Verletzungspause mit einer ungewöhnlich umfangreichen Vorbereitung.

Chicago und der Marathon-Weltrekord – diese Verbindung reicht weit zurück. Sieben Weltrekorde wurden auf der Strecke bereits aufgestellt. 1984 lief Steve Jones hier 2:08:05 Stunden, 2019 durchbrach Brigid Kosgei mit 2:14:04 Stunden eine weitere historische Marke. Und 2023 lief Kelvin Kiptum in 2:00:35 Stunden zum damaligen Männer-Weltrekord.

Am Sonntag könnte die Strecke erneut zur Bühne für außergewöhnliche Zeiten werden. Sechs Männer im Elitefeld besitzen Bestleistungen unter 2:04 Stunden, sieben Frauen sind bereits unter 2:18 Stunden gelaufen. World Athletics spricht entsprechend von einem tief besetzten internationalen Feld.

Chicago-Marathon 2026: Startzeit und Livestream

Der 48. Bank of America Chicago Marathon startet am Sonntag im Grant Park. Insgesamt werden rund 55.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet; die Strecke führt durch 29 Stadtviertel Chicagos.

Die Elite der Männer und Frauen startet um 7:30 Uhr Ortszeit, also um 14:30 Uhr deutscher Zeit. Bereits zuvor gehen die Rollstuhlathletinnen und -athleten ins Rennen.

Für Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland wird der Marathon ab 14:15 Uhr live bei HBO Max übertragen. Eurosport zeigt das Rennen am Sonntagabend ab 22:00 Uhr als Aufzeichnung.

Über die offizielle Chicago-Marathon-App ist außerdem ein Live-Tracking der Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglich; auch Zwischenstände und Ergebnisse werden dort während des Rennens ausgespielt.

Jacob Kiplimo kommt als Titelverteidiger zurück

Bei den Männern führt kaum ein Weg an Jacob Kiplimo vorbei.

Der Ugander gewann Chicago bereits 2025 in 2:02:23 Stunden. Damals hatte er das Rennen zunächst extrem offensiv begonnen und sowohl die Zwei-Stunden-Marke als auch den damaligen Weltrekord ins Visier genommen, konnte dieses Tempo allerdings nicht bis ins Ziel halten. Seitdem hat sich die Ausgangslage grundlegend verändert.

Beim London-Marathon im April lief Kiplimo 2:00:28 Stunden – schneller als Kelvin Kiptums Chicago-Streckenrekord. Trotzdem reichte selbst diese Zeit nur für Rang drei: Sabastian Sawe gewann in 1:59:30 Stunden und stellte damit als erster Läufer bei einem rekordfähigen Marathon eine offiziell anerkannte Zeit unter zwei Stunden auf. World Athletics hat die Bestmarke inzwischen ratifiziert.

Kiplimo ist mit seiner London-Zeit aktuell der drittschnellste Marathonläufer der Geschichte. Ob er am Sonntag erneut einen Weltrekordversuch wagt, dürfte wesentlich vom Rennverlauf abhängen. Ein Angriff auf den Chicago-Streckenrekord erscheint angesichts seiner Bestleistung zumindest sportlich realistisch.

Kipruto, Takele und Mengesha: außergewöhnlich starke Konkurrenz

Ein Selbstläufer wird die Titelverteidigung nicht. Amos Kipruto lief im selben spektakulären London-Rennen im Frühjahr 2:01:39 Stunden und besitzt damit die zweitbeste persönliche Bestzeit im Chicagoer Feld. Dahinter folgt eine ganze Gruppe von Athleten aus der absoluten Weltklasse.

Milkesa Mengesha kommt mit 2:03:17 Stunden nach Chicago, Tadese Takele mit 2:03:23. Takele gewann im März zum zweiten Mal hintereinander den Tokio-Marathon. Daniel Mateiko steht bei 2:03:44, Asrar Hiyrden bei 2:03:59 Stunden. Damit ist das Rennen nicht nur wegen Kiplimo interessant. Sollte der Titelverteidiger das Tempo früh sehr hoch ansetzen, wartet dahinter eine Gruppe, die Fehler konsequent bestrafen kann.

Hendrik Pfeiffer nach Ermüdungsbruch zurück

Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick vor allem auf Hendrik Pfeiffer.

Der 33-Jährige hält eine persönliche Bestzeit von 2:06:45 Stunden, gelaufen im Dezember 2025 in Valencia. Damit gehört er zu den schnellsten deutschen Marathonläufern überhaupt. Sein Weg nach Chicago verlief allerdings nicht geradlinig. Im Frühsommer erlitt Pfeiffer einen Ermüdungsbruch im Fuß und musste deshalb auch auf einen Start bei der Europameisterschaft im August verzichten.

Umso bemerkenswerter ist seine anschließende Vorbereitung. Pfeiffer berichtet von acht Trainingswochen mit jeweils mehr als 210 Kilometern Laufumfang – mehr als je zuvor in seiner Karriere. Sein Ziel für Sonntag: eine passende schnelle Gruppe finden und erneut unter 2:07 Stunden laufen.

In einem derart starken Feld könnte genau darin eine Chance liegen. Hinter den absoluten Spitzenleuten dürften sich mehrere Gruppen mit hohem, aber kontrollierterem Tempo bilden.

Brigid Kosgei kehrt an einen besonderen Ort zurück

Auch das Frauenrennen besitzt eine besondere Geschichte. Brigid Kosgei kehrt erstmals seit ihrem historischen Lauf von 2019 zum Chicago-Marathon zurück. Damals gewann die Kenianerin in 2:14:04 Stunden und verbesserte den 16 Jahre alten Weltrekord von Paula Radcliffe um mehr als eine Minute.

Sieben Jahre später gehört Kosgei erneut zu den Favoritinnen. Dass sie weiterhin Zeiten auf absolutem Weltklasseniveau laufen kann, zeigte sie im März: Beim Tokio-Marathon gewann sie in 2:14:29 Stunden – nur 25 Sekunden über ihrer persönlichen Bestzeit.

Hawi Feysa will ihren Titel verteidigen

Die prominenteste Herausforderin ist Hawi Feysa. Die Äthiopierin gewann den Chicago-Marathon 2025 in 2:14:57 Stunden und verbesserte dabei ihre persönliche Bestzeit erheblich. In Tokio lief sie in diesem Frühjahr als Dritte 2:17:39 Stunden.

Hinzu kommen unter anderem Sutume Kebede mit 2:15:55 Stunden, Megertu Alemu mit 2:16:34 sowie Sharon Lokedi. Lokedi besitzt zwar mit 2:17:22 Stunden nicht die schnellste Bestzeit des Feldes, hat sich aber als außergewöhnlich starke Rennläuferin etabliert: Nach ihrem New-York-Sieg 2022 gewann sie 2025 und 2026 zweimal in Folge den Boston-Marathon. Chicago bietet ihr nun erstmals die Gelegenheit, sich auf einem der besonders schnellen Major-Kurse zu zeigen.

Eine Strecke, auf der Geschichte geschrieben wurde

Chicago gehört nicht zufällig zu den schnellsten Marathonrennen der Welt. Start und Ziel liegen im Grant Park, dazwischen führt der weitgehend flache Kurs über 42,195 Kilometer durch die Stadt. In der Geschichte des Rennens entstanden hier bereits sieben Weltrekorde.

Dass ausgerechnet am Sonntag der achte folgt, lässt sich vor dem Start kaum seriös prognostizieren. Der Männer-Weltrekord von Sabastian Sawe steht inzwischen bei 1:59:30 Stunden – fast eine Minute unter der persönlichen Bestzeit von Jacob Kiplimo. Doch Chicago hat häufig gezeigt, wie schnell ein Rennen werden kann, wenn Strecke, Konkurrenz und Renntaktik zusammenpassen.

Mit Kiplimo, Kipruto und gleich mehreren 2:03-Läufern bei den Männern sowie Kosgei, Feysa und einem außergewöhnlich tiefen Frauenfeld sind zumindest die sportlichen Voraussetzungen gegeben. Und mittendrin versucht Hendrik Pfeiffer nach einem schwierigen Sommer, seine starke Vorbereitung in einen schnellen Marathon umzusetzen.

Chicago-Marathon 2026 im Überblick

  • Datum: Sonntag, 11. Oktober 2026

  • Elite-Start: 14:30 Uhr deutscher Zeit

  • Livestream: HBO Max ab 14:15 Uhr

  • TV: Eurosport ab 22:00 Uhr als Aufzeichnung

  • Titelverteidiger: Jacob Kiplimo und Hawi Feysa

  • Deutscher Topstarter: Hendrik Pfeiffer

  • Teilnehmerfeld: rund 55.000

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