Frankfurt Marathon 2026: Historisches Debüt von Blanka Dörfel – Petros Zweiter

Frankfurt Marathon 2026: Historisches Debüt von Blanka Dörfel – Petros Zweiter
Bild: © SPOFERAN Redaktion | Symbolbild (KI-generiert)

Frankfurt Marathon 2026: Historisches Debüt von Blanka Dörfel – Petros Zweiter

25. Oktober 20265 Minuten Lesezeit

Frankfurt Marathon 2026: Blanka Dörfel läuft bei ihrem Debüt 2:20:46 Stunden. Denki gewinnt, Amanal Petros wird Zweiter. Alle Ergebnisse im Überblick.

Blanka Dörfel schreibt beim Frankfurt Marathon 2026 deutsche Laufgeschichte: Bei ihrem Marathon-Debüt läuft die 24-Jährige in 2:20:46 Stunden sensationell auf Platz zwei. Bei den Männern gewinnt der Äthiopier Jirata Lelisa Denki nach einem packenden Duell mit Amanal Petros.

Der Mainova Frankfurt Marathon am 25. Oktober 2026 sollte aus deutscher Sicht eigentlich zur großen Rekordjagd der Männer werden. Doch während Regen und Wind die Hoffnungen auf einen Europarekord früh zunichtemachten, sorgte ausgerechnet eine Marathon-Debütantin für die größte Überraschung des Tages.

Blanka Dörfel läuft bei ihrem Marathon-Debüt deutsche Geschichte

2:20:46 Stunden, Platz zwei und das schnellste Marathon-Debüt einer deutschen Frau aller Zeiten: Blanka Dörfel hat in Frankfurt eine außergewöhnliche Leistung gezeigt.

Mit ihrer Zeit schiebt sich die Berlinerin auf Platz zwei der ewigen deutschen Marathon-Bestenliste. Nur Irina Mikitenko war 2008 beim Berlin-Marathon mit 2:19:19 Stunden jemals schneller. Die bisherige deutsche Nummer zwei, Domenika Mayer (2:21:26), unterbietet Dörfel um 40 Sekunden.

Dabei sah es lange nicht nach einer derart historischen Leistung aus. Die beiden Äthiopierinnen Zeineba Yimer Worku und Siranesh Yirga Dagne bestimmten zunächst das Rennen. Doch während Dagne in der zweiten Hälfte zunehmend an Tempo verlor, lief Dörfel bemerkenswert konstant weiter.

Bei Kilometer 32 lag sie erstmals auf Platz zwei. Zwischenzeitlich deuteten die Hochrechnungen sogar auf eine mögliche Zeit unter 2:20 Stunden hin. Am Ende fehlten lediglich 46 Sekunden zu dieser besonderen Marke.

Den Sieg sicherte sich Zeineba Yimer Worku in 2:19:45 Stunden. Dörfel folgte nur 61 Sekunden dahinter, während Beriha Gebreyohanes Gebreslasie in 2:22:46 Stunden Dritte wurde.

Ohne Laufuhr und bei ungeliebtem Wetter: Dörfel überrascht auch im Interview

Fast noch bemerkenswerter als die Zeit war Dörfels Erklärung im Ziel: Sie war den gesamten Marathon ohne Uhr gelaufen und hatte sich ausschließlich auf ihr Gefühl verlassen. Wie schnell sie tatsächlich unterwegs war, wusste sie während des Rennens nicht.

Auch die äußeren Bedingungen waren keineswegs nach ihrem Geschmack. Im Zielinterview erklärte die 24-Jährige, dass ihr Kälte und Regen nicht besonders lägen und sie wärmere Temperaturen bevorzuge.

Dörfel ist deshalb überzeugt, unter besseren Bedingungen bei ihrem nächsten Marathon noch deutlich schneller laufen zu können. Ihre bisherige Halbmarathon-Bestzeit von 1:08:08 Stunden hatte bereits großes Potenzial erkennen lassen. Dass daraus unmittelbar ein derart schneller Marathon werden würde, übertraf jedoch die Erwartungen.

Männer: Jirata Lelisa Denki gewinnt nach dramatischem Duell mit Amanal Petros

Auch das Rennen der Männer bot große Spannung – allerdings anders als ursprünglich erwartet.

Amanal Petros, Samuel Fitwi und Richard Ringer, die drei schnellsten deutschen Marathonläufer aller Zeiten, waren gemeinsam angetreten. Insbesondere Petros hatte sich viel vorgenommen: Der deutsche Rekordhalter wollte den Europarekord von 2:03:36 Stunden angreifen.

Doch der Regen und der kräftige Wind machten den Läufern zu schaffen. Die Spitzengruppe verlor früh ihren Rhythmus. Nach einer Halbmarathonzeit von 1:03:02 Stunden war eine neue europäische Bestmarke praktisch außer Reichweite.

Stattdessen entwickelte sich ein taktisch geprägter Kampf um den Sieg. Richard Ringer hielt sich lange am Ende der Spitzengruppe auf, während Petros, Fitwi und die internationalen Favoriten gemeinsam Kilometer um Kilometer zurücklegten.

Erst im letzten Renndrittel kam Bewegung ins Feld. Zunächst verschärfte Ringer das Tempo, anschließend setzten sich Petros und der Kenianer Benard Biwott ab.

An der Alten Oper folgte Petros' spektakulärster Angriff: In den Kurven beschleunigte der Deutsche deutlich und schüttelte Biwott ab. Doch der Äthiopier Jirata Lelisa Denki ließ sich nicht entscheidend distanzieren, schloss wieder auf und zog schließlich an Petros vorbei.

Denki rettete seinen Vorsprung ins Ziel und gewann in 2:05:26 Stunden. Petros wurde nach 2:05:46 Stunden Zweiter, Biwott belegte in 2:06:23 Stunden Rang drei. Richard Ringer erreichte mit 2:07:07 Stunden den fünften Platz.

Petros erklärt: Wetter zwang die Spitzenläufer zur Änderung ihrer Strategie

Im Zielinterview bestätigte Petros, was sich bereits während der ersten Rennhälfte abgezeichnet hatte: Die ungünstigen Wetterbedingungen hätten die Gruppe aus dem Rhythmus gebracht.

Man habe deshalb die ursprünglichen Rekordambitionen aufgegeben und beschlossen, stattdessen taktisch um den Sieg zu kämpfen.

Petros betonte, dass er alles versucht habe. Trotz des Regens habe ihm die Atmosphäre entlang der Frankfurter Strecke große Freude bereitet.

Frankfurt Marathon 2026: Ergebnisse der Männer und Frauen

Männer – Top 5

Platz

Athlet

Nation

Zeit

1

Jirata Lelisa Denki

Äthiopien

2:05:26

2

Amanal Petros

Deutschland

2:05:46

3

Benard Biwott

Kenia

2:06:23

4

Haimro Alame

Israel

2:06:58

5

Richard Ringer

Deutschland

2:07:07

Frauen – Top 3

Platz

Athletin

Nation

Zeit

1

Zeineba Yimer Worku

Äthiopien

2:19:45

2

Blanka Dörfel

Deutschland

2:20:46

3

Beriha Gebreyohanes Gebreslasie

Äthiopien

2:22:46

Alle weiteren Platzierungen, Zwischenzeiten und persönlichen Ergebnisse findest du in der SPOFERAN Ergebniswelt. Unseren Rennverlauf kannst du außerdem im SPOFERAN-Liveticker des Mainova Frankfurt Marathon 2026 nachvollziehen.

Fazit der Redaktion: Ein Marathon, aber zwei zwei große deutsche Geschichten

Der Frankfurt Marathon 2026 wird aus deutscher Sicht vor allem wegen zweier Leistungen in Erinnerung bleiben: Amanal Petros kämpfte trotz schwieriger Bedingungen bis auf die letzten Kilometer um den Sieg und wurde Zweiter.

Blanka Dörfel aber gelang bei ihrem ersten Marathon ein Auftritt, der die deutsche Langstreckenszene aufhorchen lässt. Ohne Laufuhr, bei ungeliebtem Regenwetter und gegen internationale Weltklassekonkurrenz lief sie die zweitschnellste deutsche Marathonzeit der Geschichte. Und möglicherweise war das erst der Anfang.

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