Beim Halbmarathon im Rahmen des Generali Köln Marathon hat Richard Ringer (LC Rehlingen) am 4. Oktober 2026 den 16 Jahre alten Streckenrekord deutlich gebrochen. In 61:50 Minuten war der Marathon-Europameister von 2022 so schnell wie kein Mann zuvor auf dieser Strecke. Die bisherige Bestmarke hatte der Kenianer Leonard Kipkoech Langat seit 2010 mit 63:00 Minuten gehalten. Bei den Frauen verbesserte Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) ihren eigenen Streckenrekord und gewann das Rennen in ihrer neuen Heimatstadt überlegen.
Ringer mit Blick auf Frankfurt
Dass es so schnell werden würde, hatte Ringer selbst nicht geplant. „Ich bin eigentlich mit dem Plan gestartet, nur knapp unter dem Rekord zu bleiben, weil ich mich drei Wochen vor dem Frankfurt-Marathon nicht abschießen wollte", erklärte der 37-Jährige nach dem Rennen. Das Tempo entwickelte sich jedoch schneller als vorgesehen, und Ringer zog durch. Sein Körpergefühl gab es her.
Der Kontext macht die Leistung noch beeindruckender: Sieben Wochen zuvor war Ringer bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham auf Rang zehn gelaufen und hatte gemeinsam mit Europameister Amanal Petros und Samuel Fitwi in der Teamwertung Silber auf einer hügeligen Strecke geholt. „Wir waren danach alle komplett zerstört", so Ringer. Köln war also kein Kaltstart, sondern der erste große Auftritt nach einer intensiven EM-Saison, und in drei Wochen wartet in Frankfurt das nächste Duell mit seinen EM-Teamkollegen.
Beeindruckt zeigte sich der Sieger auch von der Atmosphäre in Köln, die er zum ersten Mal erlebte: Die Stimmung entlang der Strecke war laut Ringer besonders bemerkenswert, zumal der Start bereits um halb neun Uhr morgens erfolgte.
Ergebnisse Halbmarathon Männer
Bemerkenswert am Männerrennen: Nicht nur Ringer unterbot den alten Streckenrekord. Auch Jona Bodirsky (TSV Bayer 04 Leverkusen) lief mit 62:52 Minuten unter der bisherigen Bestmarke von 63:00 Minuten ins Ziel.
| Platz | Name | Verein/Nation | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Richard Ringer | LC Rehlingen | 61:50 min |
| 2 | Jona Bodirsky | TSV Bayer 04 Leverkusen | 62:52 min |
| 3 | Yohan Zaradzki | Belgien | 63:17 min |
Pfeiffer unterbietet ihren eigenen Rekord
Bei den Frauen lieferte Esther Pfeiffer eine bemerkenswerte Geschichte. Die 29-Jährige war eine Woche zuvor beim Berliner Marathon vorzeitig ausgestiegen und stand nun überraschend in Köln an der Startlinie, mit ihrem Ehemann Hendrik als Pacemaker an der Seite. Sie gewann das Rennen souverän in 67:24 Minuten und unterbot damit ihren eigenen Streckenrekord, den sie ein Jahr zuvor mit 67:28 Minuten aufgestellt hatte. Gleichzeitig verbesserte sie ihre persönliche Bestzeit um eine Sekunde, die sie beim Generali Berliner Halbmarathon vor einem halben Jahr erzielt hatte.
Trotz des Sieges und der Rekordzeit zeigte sich Pfeiffer nicht vollständig zufrieden. Ihr eigentliches Ziel in dieser Saison war ein Marathonfinish unter 2:20 Stunden in Berlin gewesen, für das sie intensiv trainiert hatte. „Ich bin enttäuscht", sagte sie nach dem Rennen.
Ergebnisse Halbmarathon Frauen
Den Plätzen hinter Pfeiffer standen Athletinnen, die beide mitten in der Vorbereitung auf Herbstmarathons steckten. Fabienne Königstein (Hannover 96) lief in 70:55 Minuten auf Rang zwei, ordnete ihre Zeit aber selbst ein: Sie bereitet sich auf den New York-Marathon vor und war nicht mit frischen Beinen gestartet. Die 33-Jährige ist in diesem Jahr mit 2:24:31 Stunden die zweitschnellste deutsche Marathonläuferin. Melina Wolf (LG Region Karlsruhe) komplettierte das Podium in 73:00 Minuten.
| Platz | Name | Verein/Nation | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Esther Pfeiffer | Düsseldorf Athletics | 67:24 min |
| 2 | Fabienne Königstein | Hannover 96 | 70:55 min |
| 3 | Melina Wolf | LG Region Karlsruhe | 73:00 min |
20.510 Läuferinnen und Läufer beim ausgebuchten Rennen
Insgesamt gingen beim Halbmarathon 20.510 Läuferinnen und Läufer an den Start. Das Rennen war seit Monaten ausgebucht, was den anhaltenden Lauf-Boom in Deutschland unterstreicht. Ringer brachte es auf den Punkt: „Hier merkt man, wie Laufen boomt." Auch Melina Wolf, die zum ersten Mal in Köln startete, zeigte sich von der frühmorgendlichen Stimmung entlang der Strecke beeindruckt.





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