Am 1. August 2026 stand für meine Mama und mich wieder ein Termin an, den wir uns lange vorher im Kalender markiert hatten: der Mammutmarsch München, dieses Jahr erstmals über die neue Distanz von 75 Kilometern.
Bislang kannten wir die Events in München von einigen 30-Kilometer- und 55-Kilometer-Märschen sowie, als bisherige Bestmarke, dem 100-Kilometer-Marsch in 2024.
Siehe dazu auch meine anderen Erfahrungsberichte:
👉 100-Kilometer-Mammutmarsch
👉 55-Kilometer-Mammutmarsch
Die neu angebotenen 75 Kilometer vom Mammutmarsch waren für uns also eine Lücke im Programm, die noch fehlte. Genau der richtige Anlass, um sie zu schließen. 😊
Start am Sportplatz in Krailling
Um 13:15 Uhr ging es am Sportplatz des TV Planegg-Krailling los, in der ersten Startgruppe der 75-Kilometer-Distanz. Die Sonne schien (noch), die Stimmung am Start war gut, und die Beine fühlten sich recht frisch an. Ein klassischer Mammutmarsch-Beginn, wie wir ihn schon von den vorherigen Märschen kannten.


Neue Wege durch Gauting Richtung Starnberg
Was uns von Anfang an auffiel: Die ersten Kilometer der 75er-Strecke waren für uns komplett neu. Bei den bisherigen 30- und 55-Kilometer-Märschen in München verlief die Route hauptsächlich zwischen Starnberger See und Ammersee. Auch beim 100-Kilometer-Marsch waren wir die ersten 50 Kilometer vor allem im Landkreis Starnberg unterwegs, bevor es über Starnberg nach München ging.
Dieses Jahr führte uns die Strecke von Planegg aus zunächst über Gauting in Richtung Starnberg, ein Abschnitt, den wir so noch nicht gegangen waren. Bei bestem Wetter war das eine willkommene Abwechslung, gerade weil man nach mehreren Märschen glaubt, die Gegend rund um München schon gut zu kennen.


Gewitter bei Percha
Nach etwa 20 Kilometern erreichten wir die erste Versorgungsstation beim SC Percha in Starnberg. Wasserflaschen auffüllen, ein paar Snacks, alles wie gewohnt.


Dann zog innerhalb weniger Minuten ein kräftiges Gewitter mit Starkregen auf, das uns komplett überraschte. Zum Glück waren wir gerade an der Versorgungsstation und konnten uns kurz unterstellen.
Das Problem: In den verschwitzten Klamotten wurde uns durch den Regen schnell kalt, und wir wollten vermeiden, dass die Muskulatur dadurch steif wird. Also zogen wir die Regenponcho über und gingen weiter, mitten in den Regen hinein. Nach ein paar Hundert Metern waren die Schuhe allerdings bereits komplett durchnässt. 😄
Nasse Füße nach Baierbrunn
Wir liefen im Regen weiter über Neuried, südlich am Forstenrieder Park vorbei, Richtung Baierbrunn. Dort wartete die nächste Versorgungsstation, diesmal mit Hot Dogs, Kaffee, Obst und reichlich Snacks.


Zu dem Zeitpunkt fühlten sich Klamotten und Schuhe trotz der Nässe noch erträglich an, weshalb wir uns gegen einen Wechsel entschieden, weder bei der Kleidung noch bei den Socken.
Im Nachhinein war das ein Fehler. Was sich zu diesem Zeitpunkt noch wie eine Kleinigkeit anfühlte, sollte sich später in Form von Blasen rächen. 😅
Mitten durch Münchens Partynacht
Von Baierbrunn ging es weiter an der Isar entlang nach München hinein. Es war das erste Wochenende der bayerischen Sommerferien, entsprechend viele Feiernde waren unterwegs, vor allem Schüler, die offenbar ihren Abschluss und den Ferienstart feierten. Anfangs noch etwas außerhalb von der Innenstadt war das noch unterhaltsam mit anzusehen...
Recht gelegen kam da bei Kilometer 44 noch ein zusätzlicher Versorgungspunkt, der kurzfristig vom Mammutmarsch noch in die Route aufgenommen wurde. Vielen Dank hierfür, denn das war nochmal eine tolle Möglichkeit sich vor dem mental anstrengenden Teil mit den Menschenmassen im Zentrum von München zu erholen und die Wasserflaschen aufzufüllen. 😊

Zwischen 23 Uhr und Mitternacht führte uns die Strecke dann aber mitten durch die belebtesten Zonen der Stadt, unter anderem über den Marienplatz. Zwischen den Menschenmassen die Streckenmarkierungen im Blick zu behalten, war streckenweise ziemlich anstrengend. Gleichzeitig hatte es aber auch etwas Besonderes, das Nachtleben Münchens auf diese Weise mitzuerleben, mitten im eigenen Marsch durch die Stadt.
Feldlazarett bei Kilometer 60
Weiter ging es durch den Olympiapark bis zur letzten großen Versorgungsstation in München Stift, bei Kilometer 60. Wie schon bei unserem 100-Kilometer-Marsch glich der Innenhof dort eher einem Feldlazarett als einer Verpflegungsstation. 😄Mehrere Teilnehmer lagen mit Wärmedecken und hochgelegten Beinen am Boden.
Wir konnten gut nachvollziehen, wie es ihnen ging. Die Beine schmerzten mittlerweile deutlich, und auch unsere Füße waren spürbar von Blasen gezeichnet. Die Schuhe wollte ich an dieser Stelle trotzdem nicht mehr ausziehen, denn die Socken hatten sich durch die Feuchtigkeit inzwischen spürbar mit den Blasen verbunden. Ich hatte also die Befürchtung beim Ausziehen der Socken die Blasen mit aufzureißen, was für die letzten Kilometer unangenehmer geworden wäre, als es ohnehin schon war. Also gab es eine große Tasse Kaffee und Milchreis als Verpflegungs-Special, dazu ein paar letzte Snacks für die verbleibende Strecke. 🍌
Durch die Nacht zurück nach Planegg
Die letzten 15 Kilometer führten uns in der Nacht über Schloss Nymphenburg und Obermenzing, weiter über Pasing zurück Richtung Planegg. Gegen 04:30 Uhr erreichten wir zufrieden das Ziel am Sportplatz, dort, wo wir gut 15 Stunden zuvor gestartet waren.


Laut Tracking kamen wir auf eine Gesamtzeit von 15 Stunden und 13 Minuten bei den ziemlich genau 75 Kilometern. Dazu kamen rund 1.700 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, mehr, als man der Strecke rund um München auf den ersten Blick zutraut. 😄

Gemeinsam unterwegs
Wie schon bei den vorherigen Märschen bin ich auch diesen mit meiner Mama zusammen gegangen. Über so viele Stunden entstehen automatisch tolle Gespräche, für die im Alltag oft keine Zeit bleibt, und genau das macht für mich einen großen Teil dieser Märsche aus.
Schmunzeln mussten wir auch dieses Mal wieder: Bei so gut wie jedem Mammutmarsch, den wir bisher gegangen sind, gab es ein kräftigeres Gewitter mit Regen. Der Regenponcho gehört mittlerweile zum festen Inventar im Rucksack. Trotzdem lernt man dazu, und mein Learning für das nächste Mal steht fest: nasse Socken früh wechseln, statt es auf die langen Blasen später ankommen zu lassen. 🥲
Auffällig war auch die Uhrzeit im Vergleich zum 100-Kilometer-Marsch vor zwei Jahren. Damals waren wir deutlich früher gestartet, was uns durch die Dunkelheit zu einer anderen Uhrzeit über dieselben Streckenabschnitte geführt hatte. Dieses Jahr, mit späterem Start, bekamen wir dafür Münchens Partynacht mitten in der Stadt zu spüren, stressig streckenweise, aber auch eine Erfahrung, die den Marsch von den bisherigen unterschieden hat.
Die 75 Kilometer waren damit die (aktuell) letzte fehlende Distanz in unserer Mammutmarsch-Sammlung in München. Mit neuen Streckenabschnitten, einem Gewitter, das inzwischen schon fast Tradition hat, und einer Stadt, die um Mitternacht ganz anders wirkt als am helllichten Tag, war das aber wieder eine sehr schöne Erfahrung, auf die ich gerne noch zurückblicken werde! 😍







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