Am 14. März 2026 stand für mich wieder einer dieser Tage an, die man im Kalender lange vorher markiert: der Mammutmarsch München über 55 Kilometer.
Wer schon einmal an einem solchen Event teilgenommen hat, weiß, dass diese Distanz nicht einfach nur ein langer Spaziergang ist. Es ist eine Mischung aus körperlicher Herausforderung, mentalem Durchhaltevermögen und vielen kleinen Momenten unterwegs, die einen solchen Tag besonders machen.
Dieses Jahr begann der Mammutmarsch allerdings mit einer gewissen Unsicherheit.
Zwei Wochen vorher noch krank
Etwa zwei Wochen vor dem Event war ich krank. In der Zeit, in der ich normalerweise noch ein paar längere Laufeinheiten oder kleine Trainingseinheiten mache, um die Beine vorzubereiten, war stattdessen vor allem Ruhe angesagt.
Entsprechend lange war unklar, ob ich überhaupt starten kann. Gerade bei einer Distanz von 55 Kilometern ist es keine gute Idee, halb fit an den Start zu gehen.
Zum Glück ging es mir rechtzeitig wieder besser. Ganz optimal vorbereitet fühlte ich mich zwar nicht, aber ich war gesund genug, um es zumindest zu versuchen. Und manchmal reicht genau das: einfach starten und schauen, wie weit man kommt.
Mein dritter Mammutmarsch über 55 Kilometer
Dieser Marsch war mein dritter über 55 km – zweimal München, einmal Berlin. Dazu kommen zwei 30-km-Märsche in München und, als bislang größte Herausforderung, ein 100-km-Mammutmarsch ebenfalls in München.
Gerade der 100-Kilometer-Marsch war eine ganz eigene Erfahrung – körperlich wie mental. Seitdem fühlen sich 55 Kilometer fast schon wie eine “mittlere Distanz” an. Fast. 😅
Meinen Erfahrungsbericht zum 100-km-Marsch kann man ebenfalls hier auf SPOFERAN nachlesen:
👉 https://spoferan.com/blog/100-kilometer-mammutmarsch-in-muenchen-erfahrungsbericht-und-tipps
Ein weiterer besonderer Aspekt für mich: Ich gehe diese Märsche meistens gemeinsam mit meiner Mama. Bis auf einen 30-km-Marsch im letzten Jahr haben wir alle Events zusammen gemacht.
Auch dieses Jahr sind wir die kompletten 55 Kilometer gemeinsam gegangen.

Kilometer für Kilometer – gemeinsam unterwegs
Einer der schönsten Aspekte solcher Märsche ist für mich tatsächlich gar nicht unbedingt die sportliche Leistung, sondern die Zeit unterwegs.
Wenn man über viele Stunden gemeinsam läuft, entstehen automatisch gute Gespräche. Themen, für die im Alltag oft keine Zeit ist, kommen plötzlich ganz selbstverständlich auf. So vergehen viele Kilometer fast nebenbei.
Natürlich merkt man irgendwann trotzdem, dass man schon eine ganze Weile unterwegs ist. Unsere Gesamtzeit lag am Ende bei etwa 10,5 Stunden. Damit waren wir etwas langsamer als beim Mammutmarsch in Berlin. Allerdings haben wir dieses Mal auch jede Verpflegungsstation mitgenommen, kurz Pause gemacht und uns Zeit gelassen.
Und genau das gehört für mich auch dazu. 😊
Die Beine melden sich früh
Was ich relativ früh gemerkt habe: Die zwei Wochen Sportpause hatten ihre Spuren hinterlassen.
Schon ab etwa Kilometer 20 haben sich meine Beine deutlich bemerkbar gemacht. Kein akuter Schmerz, aber dieses schwere und leicht verkrampfende Gefühl, das man kennt, wenn die Muskulatur langsam zu macht.
Bei solchen Distanzen gibt es aber einen einfachen Trick: nicht zu weit nach vorne denken. Nicht an die noch verbleibenden 35 Kilometer denken, sondern einfach an den nächsten Abschnitt, an die nächste Pause und die nächste Verpflegungsstation.
Dabei hilft es natürlich auch, dass man jemanden dabei hat, mit dem man sich über jegliche Themen unterhalten kann, für die man sonst im Alltag keine Zeit hat.
Und irgendwann merkt man, dass wieder ein paar Kilometer vergangen sind.
Erst Sonne, dann Regen und Wind
Auch das Wetter hatte an diesem Tag mehrere Gesichter. Die ersten 25 Kilometer waren überraschend angenehm. Es war trocken, sonnig und teilweise sogar fast etwas zu warm für einen langen Marsch.
Gerade am Anfang, wenn die Beine noch frisch sind, fühlt sich das natürlich großartig an. Doch nach etwa der Hälfte der Strecke änderte sich das Bild deutlich.
Der Himmel zog zu, es begann zu regnen, und gleichzeitig wurden die Temperaturen spürbar kühler.

Besonders unangenehm wurde es auf den offenen Feldern rund um Bernried und kurz vor Andechs. Dort hat uns der Wind ziemlich erwischt. Wenn Regen und Wind zusammenkommen, kann ein Marsch schnell deutlich anstrengender werden.
Zum Glück waren wir vorbereitet.
Regenponchos hatten wir dabei – und die haben sich in diesem Moment definitiv ausgezahlt.

Mehr Teilnehmer als sonst?
Ein Eindruck, den wir unterwegs mehrfach hatten: Es waren dieses Jahr gefühlt mehr Teilnehmer unterwegs als in den letzten Jahren. Am Start ist es immer recht voll und man braucht ein paar Kilometer, bis sich alles etwas verläuft.
Das kennt man von anderen Veranstaltungen, wie bspw. auch Laufevent, natürlich auch.
Was sich aber beim Mammutmarsch in München unterschied, war vor allem das Ende der Strecke:
10 Kilometer vor dem Ziel wurden, wie die letzten Jahre auch, die 30-km-Teilnehmer wieder auf die Strecke der 55-km-Teilnehmer geführt. Dort hatte man teilweise schon stark das Gefühl einer Massenwanderung. Insbesondere auf einigen der engeren Wege war es dadurch etwas anstrengend, um sich nicht gegenseitig auf die Fersen zu laufen. 😄
Aber gleichzeitig zeigt es auch, wie viele Menschen sich solchen Herausforderungen stellen – und wie beliebt diese Events mittlerweile geworden sind.
Die Verpflegungsstationen – wieder hervorragend
Was beim Mammutmarsch jedes Mal beeindruckend ist, ist die Organisation der Verpflegungsstationen. Es gab Hot Dogs, heiße Suppe, Obst, Gemüse, Käsekuchen, Waffeln, Kaffee, Tee, Cola, Wasser, Gummibärchen und weitere Snacks. An jeder Station wurde man freundlich empfangen, nichts fehlte, alles war gut organisiert.

Gerade wenn man schon mehrere Stunden unterwegs ist, kann eine warme Suppe oder ein Stück Kuchen eine erstaunliche Wirkung haben.
Deshalb an dieser Stelle wirklich ein großes Lob an das Mammutmarsch-Team und die vielen Helfer, die entlang der Strecke stehen und dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft.
Ohne diese Unterstützung wäre ein Event dieser Größe kaum möglich.
Die letzten Kilometer
Die letzten Kilometer eines Mammutmarschs sind immer eine eigene kleine Welt. Der Körper ist müde, die Beine werden schwerer, und gleichzeitig weiß man: Das Ziel ist nicht mehr weit.
Man zählt innerlich herunter: Noch 5 Kilometer. Noch 3 Kilometer. Noch 1 Kilometer...
Und plötzlich ist er da – der Moment, in dem man durch das Ziel läuft.
Nach über zehn Stunden unterwegs fühlt sich das immer wieder besonders an. Nicht unbedingt wie ein riesiger Triumph, sondern eher wie eine ruhige, tiefe Zufriedenheit. 😊

Warum ich solche Märsche immer wieder mache
Wenn mich jemand fragt, warum ich mir freiwillig 55 Kilometer Wandern antue, ist die Antwort gar nicht so leicht. Es geht nicht nur um die sportliche Herausforderung.
Es geht auch um:
das Durchhalten, wenn es langsam anstrengend wird
das Gefühl, mehr zu schaffen, als man vielleicht vorher gedacht hätte
die Stunden draußen in der Natur
und vor allem um die gemeinsame Zeit unterwegs
Gerade die Gespräche und Erlebnisse mit meiner Mama machen diese Märsche für mich zu etwas Besonderem.
Fazit
Der Mammutmarsch München 2026 war für mich wieder eine sehr positive Erfahrung.
Trotz der Krankheit zwei Wochen vorher, trotz schwerer Beine ab Kilometer 20 und trotz Regen und Wind auf der zweiten Hälfte der Strecke.
Am Ende bleiben vor allem:
viele Gespräche unterwegs
eine lange, abwechslungsreiche Strecke
eine tolle Organisation
und dieses besondere Gefühl, wenn man nach über zehn Stunden das Ziel erreicht.
Der Mammutmarsch ist körperlich definitiv anstrengend. Aber genau deshalb ist er auch so erfüllend.
Und wer einmal erlebt hat, wie es sich anfühlt, nach 55 Kilometern ins Ziel zu kommen, versteht ziemlich schnell, warum so viele Menschen immer wieder an den Start gehen.

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