New York City Marathon 2026 Ergebnisse: Almgren und Chepkirui siegen, Königstein Zehnte

New York City Marathon 2026 Ergebnisse: Almgren und Chepkirui siegen, Königstein Zehnte
Picture: © SPOFERAN Redaktion | Symbolbild (KI-generiert)

New York City Marathon 2026 Ergebnisse: Almgren und Chepkirui siegen, Königstein Zehnte

November 1, 20266 minutes Reading time

New York City Marathon 2026: Andreas Almgren gewinnt beim Debüt, Sheila Chepkirui siegt bei den Frauen. Fabienne Königstein wird Zehnte.

Fast 60.000 Läuferinnen und Läufer, fünf Boroughs und ein Rennen mit gleich mehreren Geschichten, die weit über den New York City Marathon 2026 hinausreichen: Andreas Almgren hat bei seinem Marathon-Debüt sensationell das Männer-Rennen gewonnen. Sheila Chepkirui setzte sich in einem dramatischen Frauenfinale durch. Fabienne Königstein erreichte bei ihrer New-York-Premiere ihr erklärtes Ziel und lief auf Rang zehn. Und die 46-jährige Edna Kiplagat sorgte mit einer außergewöhnlichen Zeit für einen historischen Masters-Moment.

Dabei war der New York City Marathon 2026 bis tief in die zweite Hälfte hinein von ungewöhnlich großen Spitzengruppen geprägt. Erst auf den letzten Kilometern durch Manhattan und den Central Park fielen die Entscheidungen.

New York City Marathon 2026: Andreas Almgren gewinnt bei seinem Marathon-Debüt

Es war die vielleicht größte Geschichte des Tages: Andreas Almgren gewinnt seinen ersten Marathon überhaupt – und das ausgerechnet in New York.

Der 31 Jahre alte Schwede erreichte das Ziel im Central Park nach 2:06:01 Stunden. Yemaneberhan Crippa aus Italien folgte in 2:06:14 auf Rang zwei, Kamohelo Mofolo aus Lesotho wurde in 2:06:26 Dritter. Titelverteidiger Benson Kipruto verpasste das Podium um lediglich eine Sekunde und belegte in 2:06:27 Rang vier.

Dass Almgren überhaupt bis zum Ende um den Sieg laufen würde, war lange keineswegs selbstverständlich. Das Männerfeld blieb außergewöhnlich eng zusammen: Noch bei Kilometer 35 lagen 14 Läufer innerhalb von nur rund zwei Sekunden. Erst auf den letzten sieben Kilometern begann das Rennen auseinanderzubrechen.

Bei Kilometer 40 führte Almgren schließlich nach exakt 2:00:00 Stunden. Kipruto und Crippa lagen lediglich eine Sekunde zurück. Doch ausgerechnet der Marathon-Neuling hatte im Central Park noch die stärksten Reserven und setzte sich entscheidend ab.

Dabei kam Almgren keineswegs ohne Ausdauerreferenzen nach New York. Erst im September war er in 58:06 Minuten Halbmarathon-Weltmeister geworden und hatte dabei einen Europarekord aufgestellt. New York hatte er anschließend bewusst für sein Marathon-Debüt gewählt – trotz des anspruchsvollen Kurses.

Erster Marathon. New York. Sieg. Viel spektakulärer kann ein Debüt über 42,195 Kilometer kaum verlaufen.

Männer-Ergebnisse des New York City Marathon 2026

An der Spitze ergibt sich damit folgendes Ergebnis:

  1. Andreas Almgren (Schweden) – 2:06:01

  2. Yemaneberhan Crippa (Italien) – 2:06:14

  3. Kamohelo Mofolo (Lesotho) – 2:06:26

  4. Benson Kipruto (Kenia) – 2:06:27

  5. Haftu Strintzos (Australien) – 2:06:34

  6. Zouhair Talbi (USA) – 2:06:43

  7. Ahmed Muhumed (USA) – 2:07:08

  8. Geoffrey Kamworor (Kenia) – 2:07:09

  9. Ryota Kondo (Japan) – 2:07:09

  10. Ryan Ford (USA) – 2:07:17

Eine der Enttäuschungen des Tages war Conner Mantz. Der amerikanische Rekordhalter galt vor dem Rennen als einer der aussichtsreichsten US-Starter und lief lange in der Spitzengruppe. In der Schlussphase verlor er jedoch deutlich und erreichte das Ziel in 2:07:27 Stunden lediglich auf Rang elf.

Sheila Chepkirui gewinnt dramatisches Frauenrennen

Bei den Frauen entwickelte sich die Entscheidung sogar noch dramatischer. Bis Kilometer 40 liefen Sheila Chepkirui und Titelverteidigerin Hellen Obiri praktisch zeitgleich. Jessica McClain folgte nur vier Sekunden dahinter.

Es war die nächste Auflage eines Duells, das New York bereits kannte. 2024 hatte sich Chepkirui auf den letzten Metern gegen Obiri durchgesetzt und in 2:24:35 Stunden gewonnen. Ein Jahr später schlug Obiri zurück und stellte mit 2:19:51 Stunden den noch immer gültigen Streckenrekord auf.

2026 ging das Duell erneut an Chepkirui. Die Kenianerin gewann in 2:24:36 Stunden – kurioserweise gerade einmal eine Sekunde langsamer als bei ihrem Sieg zwei Jahre zuvor.

Doch hinter ihr folgte die vielleicht größte Überraschung des Frauenrennens.

Jessica McClain überrascht Obiri und wird Zweite

Jessica McClain kämpfte sich auf den letzten Kilometern noch an Hellen Obiri vorbei und erreichte das Ziel nach 2:24:42 Stunden auf Rang zwei. Titelverteidigerin Obiri blieb nur eine Sekunde später in 2:24:43 Platz drei.

Für McClain ist es der nächste große Schritt in die internationale Marathonspitze. Noch 2024 hatte sie den New York City Marathon auf Rang acht beendet; vor dem diesjährigen Rennen wurde sie mit einer Bestzeit von 2:20:49 Stunden geführt.

In New York fehlten ihr nun lediglich sechs Sekunden zum Sieg.

Weltrekord: Edna Kiplagat schreibt mit 46 Jahren Geschichte

Doch selbst Rang vier hatte an diesem Tag historische Dimensionen.

Edna Kiplagat erreichte mit 46 Jahren nach 2:25:42 Stunden das Ziel. Die Kenianerin gewann den New York City Marathon bereits 2010 – 16 Jahre später lief sie erneut mitten in der absoluten Weltspitze. Ihr damaliger New-York-Sieg ist auch bei World Athletics dokumentiert.

Besonders außergewöhnlich ist ihre Zeit im Masters-Vergleich. World Masters Athletics führt den ratifizierten Marathon-Weltrekord der Altersklasse W45 bislang mit 2:29:00 Stunden für Tatyana Pozdnyakova. Kiplagat blieb heute 3:18 Minuten darunter. Vorbehaltlich der formalen Anerkennung und Ratifizierung wäre ihre Leistung damit ein neuer W45-Masters-Weltrekord.

Kiplagat hält bereits den Masters-Streckenrekord des New York City Marathon: 2022 lief sie im Alter von über 40 Jahren 2:24:16 Stunden und wurde damals ebenfalls Vierte.

Fabienne Königstein läuft beim New York City Marathon 2026 in die Top 10

Auch aus deutscher Sicht endete das Rennen mit einer bemerkenswerten Geschichte.

Fabienne Königstein wurde bei ihrem ersten New York City Marathon in 2:28:49 Stunden Zehnte.

Dabei verlief ihr Rennen keineswegs geradlinig. Auf den ersten Kilometern zeigte sich Königstein immer wieder weit vorne in der großen Spitzengruppe. Bei Kilometer fünf fehlten ihr lediglich wenige Sekunden zur Führung, auch nach 15 und 20 Kilometern blieb sie in unmittelbarer Schlagdistanz.

Als das Tempo nach Kilometer 25 deutlich verschärft wurde, musste Königstein jedoch abreißen lassen. Bei Kilometer 30 lag sie auf Rang 16, bei Kilometer 35 noch auf Rang 15.

Dann begann ihre Aufholjagd.

Bei Kilometer 40 tauchte Königstein plötzlich auf Rang zehn auf. Giovanna Epis lag nur eine Sekunde hinter ihr. Auf den letzten 2,195 Kilometern verteidigte die Deutsche diesen Platz und erreichte sechs Sekunden vor der Italienerin das Ziel.

Damit erfüllte sie exakt das Ziel, das sie vor dem Rennen ausgegeben hatte. Königstein hatte sich an ihrer Position in der Startliste orientiert und einen Platz unter den besten Zehn angepeilt.

Historisch besitzt das Ergebnis zusätzlich Gewicht: Seit Sabrina Mockenhaupt 2013 war keine deutsche Läuferin mehr beim New York City Marathon in die Top 10 gelaufen. Mockenhaupt hatte damals in 2:29:10 Stunden Rang sieben belegt.

Für Königstein ist Rang zehn damit ein starkes New-York-Debüt – gerade weil sie sich die Platzierung auf den letzten Kilometern zurückerarbeiten musste.

Frauen-Ergebnisse des New York City Marathon 2026

An der Spitze:

  1. Sheila Chepkirui (Kenia) – 2:24:36

  2. Jessica McClain (USA) – 2:24:42

  3. Hellen Obiri (Kenia) – 2:24:43

  4. Edna Kiplagat (Kenia) – 2:25:42

  5. Mercy Chelangat (Kenia) – 2:25:46

  6. Carrie Ellwood (USA) – 2:26:28

  7. Weini Kelati (USA) – 2:26:51

  8. Paige Wood (USA) – 2:27:29

  9. Viola Cheptoo (Kenia) – 2:28:34

  10. Fabienne Königstein (Deutschland) – 2:28:49

Rollstuhlrennen: Marcel Hug gewinnt Sekunden-Duell, Debrunner dominiert

Auch die beiden Rollstuhlrennen lieferten sehr unterschiedliche Geschichten.

Bei den Männern setzte sich Marcel Hug nach einem Rennen auf Messers Schneide durch. Der Schweizer gewann in 1:28:14 Stunden, Daniel Romanchuk folgte lediglich eine Sekunde später in 1:28:15.

Bei den Frauen dominierte dagegen Catherine Debrunner. Die Schweizerin erreichte das Ziel bereits nach 1:40:02 Stunden. Tatyana McFadden wurde in 1:48:28 Zweite, Susannah Scaroni folgte vier Sekunden später auf Rang drei. Debrunner hatte damit mehr als acht Minuten Vorsprung.

New York City Marathon 2026: Ein Rennen voller ungewöhnlicher Geschichten

Das 50-jährige Jubiläum der Fünf-Borough-Strecke lieferte damit einen Marathon, der sich weniger über Rekordzeiten als über seine Geschichten definierte.

Ein Halbmarathon-Weltmeister gewinnt bei seinem ersten Marathon überhaupt. Sheila Chepkirui wiederholt ihren New-York-Sieg nahezu auf die Sekunde genau. Jessica McClain läuft überraschend auf Rang zwei. Eine 46-Jährige wird Vierte und unterbietet die bislang ratifizierte W45-Weltbestmarke deutlich. Und Fabienne Königstein kämpft sich auf den letzten sieben Kilometern noch in die Top 10.

New York war auch 2026 kein Marathon für einfache Hochrechnungen.

Es war ein Rennen, das erst ganz am Ende seine Geschichten geschrieben hat.

👉 Den vollständigen Rennverlauf mit allen wichtigen Zwischenständen findet ihr in unserem SPOFERAN-Liveticker zum New York City Marathon 2026.

👉 Alle wichtigen Wettkampf-Ergebnisse findet ihr außerdem in der SPOFERAN Ergebniswelt.

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