Caroline Pohle und Frederic Funk haben beim Challenge St. Pölten 2026 einen deutschen Doppelsieg gefeiert. Mit einem deutschen Doppelsieg endete die Challenge St. Pölten über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen in Niederösterreich: Pohle dominierte das Frauenrennen vom Start bis ins Ziel und stellte in 4:14:17 Stunden einen neuen Streckenrekord auf. Frederic Funk sicherte sich seinen zweiten Sieg in St. Pölten nach 2021. Insgesamt 2.100 Athletinnen und Athleten stellten sich der Herausforderung.
Pohle schreibt Renngeschichte
Pohle verließ nach 27:00 Minuten als Führende das Wasser und gab die Spitze bis ins Ziel nicht mehr ab. Auf dem Rad baute sie ihren Vorsprung kontinuierlich aus und sorgte für ein weiteres Ausrufezeichen: Mit 2:20:05 Stunden unterbot sie den bisherigen Radstreckenrekord um mehr als vier Minuten. Bei Kilometer 60 lag sie bereits 5:30 Minuten vor den Verfolgerinnen und fuhr mit 5:41 Minuten Vorsprung in die zweite Wechselzone.
Bemerkenswert: Dies war das erste Mal in der Geschichte des Rennens, dass eine Frau als Erste vom Rad in T2 einfuhr, und das, obwohl die Profi-Frauen traditionell 20 Minuten vor den Männern starten. Erst nach rund fünf Kilometern auf der Laufstrecke konnte der spätere Männersieger Frederic Funk zu Pohle aufschließen. Auf dem Halbmarathon ließ sie dann nichts mehr anbrennen.
Hinter ihr belegte die Niederländerin Diede Diederiks in 4:21:30 Stunden Rang zwei. Das Rennen um Platz drei entschied die Finnin Minttu Hukka erst auf den letzten Metern für sich und verwies die Deutsche Sarah Schönfelder knapp auf Rang vier. Nach ihrem Sieg bei The Championship in Šamorín in der Vorwoche sowie ihrem Erfolg bei der Challenge Mogán-Gran Canaria feierte Pohle damit bereits ihren dritten Challenge-Family-Sieg in dieser Saison.
Funk kontrolliert das Männerrennen
Im Männerrennen bestimmte zunächst der Deutsche Hannes Butters das Geschehen im Wasser und stieg mit fast zwei Minuten Vorsprung aus dem See. Auf dem Rad schloss Frederic Funk nach 55 Kilometern zur Spitze auf und etablierte sich gemeinsam mit einer kleinen Führungsgruppe an der Spitze des Rennens. Auf der anspruchsvollen Radstrecke wechselte die Führung mehrfach, ehe Funk kurz vor dem zweiten Wechsel erneut die Kontrolle übernahm.
Auf der Laufstrecke setzte sich Funk bereits auf den ersten Kilometern entscheidend ab. Zwar hielt Jonas Wechsler zunächst den Anschluss, doch der 27-Jährige vergrößerte seinen Vorsprung kontinuierlich. Zur Hälfte des Halbmarathons betrug sein Polster bereits 37 Sekunden. Funk entschied das Rennen in 3:49:11 Stunden für sich. Josh Lewis (GB) und Mattia Ceccarelli (IT) komplettierten das Podium in 3:50:35 bzw. 3:52:20 Stunden. Im Kampf um das Podium trennten die Plätze drei bis fünf am Ende lediglich sieben Sekunden.
Für Funk war es ein besonderer Erfolg: Bereits 2021 hatte er in St. Pölten seinen ersten Profisieg gefeiert. Nun kehrte er an den Ort seines Durchbruchs zurück und stand erneut ganz oben auf dem Podium. „Ich bin müde, aber unglaublich glücklich und erleichtert. Nach The Championship und dem Höhentrainingslager wusste ich nicht genau, wie ich mich fühlen würde. Ich hatte endlich wieder ein gutes Schwimmen, starke Beine auf dem Rad und konnte beim Laufen früh Druck machen. Dieser Sieg gibt mir viel Selbstvertrauen für den nächsten Trainingsblock Richtung Roth", sagte Funk.
Ergebnisse Challenge St. Pölten 2026
Die Profi-Ergebnisse im Überblick:
Profi-Frauen
| Platz | Name | Nation | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Caroline Pohle | GER | 4:14:17 (Streckenrekord) |
| 2 | Diede Diederiks | NED | 4:21:30 |
| 3 | Minttu Hukka | FIN | 4:26:57 |
| 4 | Sarah Schönfelder | GER | k.A. |
Profi-Männer
| Platz | Name | Nation | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Frederic Funk | GER | 3:49:11 |
| 2 | Simon Davis | GBR | 3:50:35 |
| 3 | Mattia Ceccarelli | ITA | 3:52:20 |
| 4 | Jonas Wechsler | GER | 3:52:24 |
| 5 | Ondrej Kubo | SVK | k.A. |
| 6 | Alexander Richter | GER | 3:54:44 |
| 7 | Hannes Butters | GER | k.A. |
Der Kurs: Wachau, Donau und zwei Seen
Mit 20 Jahren Erfahrung zählt das Triathlon-Rennen in St. Pölten zu den ältesten Mitteldistanzrennen in Europa. Es beginnt mit einem einzigartigen Schwimmkurs über zwei glasklare Seen: Auf den Viehofner See folgt der Ratzersdorfer See, dazwischen laufen die Athleten rund 200 Meter über Land.
Die 90 Kilometer lange Radstrecke startet mit einem flachen und schnellen Abschnitt auf der Autobahn S33, bevor sie sich durch Weinberge und die schöne Landschaft des UNESCO-Welterbes Wachau entlang der Donau schlängelt. Der Kurs umfasst drei anspruchsvolle Anstiege und einige schnelle Abfahrten. Der Laufkurs über zwei Runden führt vom Challenge Village in die historische Innenstadt von St. Pölten und zurück. Insgesamt passieren die Athleten das Ziel viermal.
Im Dezember 2025 wurde ein Veranstalterwechsel bekanntgegeben: 2027 soll das Rennen wieder als Ironman 70.3 Austria ausgetragen werden. Das macht die Ausgabe 2026 zur vorerst letzten Challenge St. Pölten in dieser Form, was dem Renntag rückblickend eine besondere Note verleiht.






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