Deutlicher Rückgang illegaler Drafting-Zeiten bei DATEV Challenge Roth 2026

Deutlicher Rückgang illegaler Drafting-Zeiten bei DATEV Challenge Roth 2026
Picture: © SPOFERAN | Symbolbild (KI)

Deutlicher Rückgang illegaler Drafting-Zeiten bei DATEV Challenge Roth 2026

July 23, 20262 minutes Reading time

Trotz verschärfter Abstandsregel sank die illegale Drafting-Zeit bei den Profis laut RaceRanger-Daten deutlich. Wie wirkt die Technologie auf das Rennen?

Das Drafting-Problem im Langdistanz-Triathlon ist so alt wie der Sport selbst. Doch die Zahlen, die der DATEV Challenge Roth jetzt zum zweiten Mal in Folge veröffentlicht hat, zeigen: Transparenz und Technologie wirken. Die RaceRanger-Auswertung für das Rennen vom 4. Juli 2026 in Roth belegt einen deutlichen Rückgang illegaler Drafting-Zeiten bei den Profis, und das trotz einer verschärften Abstandsregel.

Saubereres Rennen als je zuvor

Bei der diesjährigen DATEV Challenge Roth war das Profirennen nach den RaceRanger-Daten sauberer als je zuvor. Nahezu alle relevanten Kennzahlen zum Drafting-Verhalten sanken deutlich, obwohl der vorgeschriebene Mindestabstand zwischen den Athleten gleichzeitig von 12 auf 20 Meter angehoben wurde.

Die durchschnittliche illegale Drafting-Zeit pro Profi fiel von 2 Minuten 40 Sekunden auf 1 Minute 15 Sekunden, ein Rückgang um 53 Prozent. Der Medianwert fällt noch deutlicher aus: RaceRangers Analyse zeigt einen klaren Trend zu fairem Rennen im Vergleich zum Vorjahr. Während 2025 die Hälfte aller Profis mindestens 1 Minute 10 Sekunden illegal in der Drafting-Zone verbrachte, lag dieser Wert 2026 nur noch bei 16 Sekunden, ein Rückgang von 77 Prozent.

Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, weil der erlaubte Drafting-Abstand 2026 von 12 auf 20 Meter ausgeweitet wurde. Die Profis mussten damit zwei Drittel mehr Abstand halten als im Vorjahr. Dass die Drafting-Zeiten trotzdem so stark sanken, ist ein klares Signal.

Der höchste Einzelwert lag 2026 bei 10:04 Minuten, während im Vorjahr maximal 22:25 Minuten gemessen worden waren. Auch die sogenannten Yo-Yo-Manöver gingen zurück. RaceRanger registrierte deutlich weniger dieser Manöver, bei denen ein Athlet in die Drafting-Zone einfährt, den Überholvorgang aber nicht abschließt und anschließend wieder zurückfällt. Die Zahl dieser Manöver sank von durchschnittlich 23,4 pro Athlet im Jahr 2025 auf 7,9 im Jahr 2026.

Männer und Frauen im Vergleich

Die Daten zeigen klare Fortschritte bei beiden Geschlechtern. Bei den Männern fiel die durchschnittliche illegale Drafting-Zeit von 3 Minuten 15 Sekunden auf 1 Minute 43 Sekunden. Gleichzeitig sank der Anteil der Athleten mit mehr als zwei Minuten illegaler Drafting-Zeit von 44 auf 19 Prozent.

Die Frauen hatten bereits im Vorjahr auf sehr hohem Niveau fair gefahren und verbesserten sich dennoch weiter. Die durchschnittliche illegale Drafting-Zeit fiel von 58 auf nur noch 25 Sekunden. 60 Prozent der weiblichen Profis absolvierten den Radabschnitt ohne jegliche erfasste Zeit in der Drafting-Zone, gegenüber 41 Prozent im Vorjahr. Zum ersten Mal lag der Median bei den Frauen bei 0 Sekunden.

Auch ein Blick auf die Spitze des Feldes ist aufschlussreich: Sieger Sam Laidlow verzeichnete lediglich 18 Sekunden im illegalen Fenster. Kristian Blummenfelt, der Zweitplatzierte, beendete den Radabschnitt mit 0 Sekunden. Rico Bogen auf Rang drei kam auf 51 Sekunden. Auf der Frauenseite beendete Siegerin Alanis Siffert die Radstrecke mit einem sauberen Protokoll.

Was hinter der Technologie steckt

RaceRanger wurde von zwei neuseeländischen Triathleten in Zusammenarbeit mit dem World Triathlon Sports-Team entwickelt und besteht aus zwei elektronischen Einheiten, die im Non-Drafting-Wettkampf am Fahrrad befestigt werden, eine vorne und eine hinten. Das System nutzt eine Gerät-zu-Gerät-Kommunikation, die erkennt, wenn ein Athlet hinter einem anderen in der Drafting-Zone fährt. Sobald ein Athlet die Drafting-Zone betritt, erhalten die Kampfrichter die Information in Echtzeit über eine App, was eine sofortige Beurteilung und gegebenenfalls eine Zeitstrafe ermöglicht.

Das System wird seit 2023 bei mehr als 100 Profi-Events eingesetzt, darunter die Ironman Pro Series und die T100 World Tour. Nachdem der DATEV Challenge Roth 2025 als erstes Triathlon-Rennen der Welt die vollständigen RaceRanger-Daten veröffentlichte, hat das Roth-Team diese Initiative 2026 fortgesetzt. Der Veranstalter hat die vollständige Auswertung damit zum zweiten Mal publiziert, inklusive der Einzeldaten aller Athleten.

Die Zahlen aus Roth liefern damit einen der bisher klarsten Belege dafür, dass Transparenz im Profisport Verhalten verändert. Ob andere Langdistanz-Events diesem Modell folgen werden, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass RaceRanger sich weiterentwickelt: Ab 2027 ist der erste vollständige Einsatz des Systems auch im Altersklassenfeld geplant, zunächst beim Tauranga Half und bei Challenge Wanaka.

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