Rico Bogen gewinnt erneut den Sokin T100 San Francisco Triathlon mit deutschem Doppelpodest

Rico Bogen gewinnt erneut den Sokin T100 San Francisco Triathlon mit deutschem Doppelpodest
Picture: © SPOFERAN | Symbolbild (KI)

Rico Bogen gewinnt erneut den Sokin T100 San Francisco Triathlon mit deutschem Doppelpodest

July 1, 20263 minutes Reading time

Rico Bogen verteidigt seinen Titel in San Francisco und dominiert auf dem Rad. Lasse Nygaard Priester sichert Platz zwei, Hayden Wilde folgt auf drei.

Rico Bogen hat es wieder getan. Der Leipziger Triathlet gewann beim Sokin T100 San Francisco Triathlon zum zweiten Mal in Folge und verteidigte damit seinen Titel auf einem der anspruchsvollsten Kurse im Welttriathlonsport. Hinter ihm komplettierten zwei weitere Deutsche das Podium: Lasse Nygaard Priester auf Platz zwei und Hayden Wilde auf dem dritten Rang.

Dominanz auf dem Rad, Nervenstärke auf der Laufstrecke

In 3:17:25 Stunden machte Bogen den Triumph nach 2 Kilometern Schwimmen, 80 Kilometern Radfahren und 18 Kilometern Laufen perfekt. Das Rennen folgte einem klaren Muster: Der Schwimmabschnitt gilt in San Francisco als besonders tückisch, nicht nur wegen der starken Strömung, sondern auch weil die Athleten beim Weg von der Fähre zum Ufer erheblich mehr Freiheit bei der Routenwahl haben als bei anderen Rennen. Vom Schiff „San Francisco Spirit" sprangen die Profis in das kalte, eisengraue Wasser zwischen dem Alcatraz-Gefängnis und dem Ufer. Morgan Pearson aus den USA verließ das Wasser als Erster nach 17:42 Minuten und begann den langen Barfußlauf zum Wechselbereich.

Auf dem anspruchsvollen Radkurs setzte sich Titelverteidiger Bogen früh an die Spitze und fuhr bergauf weg. Zunächst folgte ihm Lasse Nygaard Priester dicht auf dem Rad, der nach einem Herzproblem ins Rennen zurückgekehrt war und als einer der schnellsten Läufer im Feld gilt. Der weitere Rennverlauf auf dem Rad war dann weitgehend einseitig: Bogens Vorsprung wuchs kontinuierlich. Zur Hälfte der Radstrecke lag Nygaard Priester bereits 45 Sekunden zurück, Hayden Wilde hatte zu diesem Zeitpunkt schon einen Rückstand von fast zweieinhalb Minuten.

Bogen hatte seinen Rennplan im Vorfeld klar kommuniziert: einen deutlichen Vorsprung auf dem Rad aufbauen und damit genug Puffer für die schnellen Läufer schaffen. Er selbst bezifferte den nötigen Vorsprung auf zwei Minuten. Genau das lieferte er. Mit 2:24 Minuten Vorsprung startete er auf die Laufstrecke und überquerte die Ziellinie noch immer eine Minute vor seinem nächsten Verfolger.

In der zweiten Hälfte des Laufs wurde es für Bogen sichtlich schwerer, Nygaard Priester holte Sekunde für Sekunde auf. Doch dann musste der Zweite noch eine 30-sekündige Zeitstrafe absitzen, womit jede realistische Siegchance endgültig verpuffte. Den dritten Platz sicherte sich Hayden Wilde mit einer starken Laufzeit von 58:44 Minuten.

Ein Kurs, der Respekt verlangt

Der Escape From Alcatraz Triathlon zieht Athletinnen und Athleten aus allen 50 US-Bundesstaaten und mehr als 50 Ländern an, die ihre Ausdauer gegen die Strömungen der Bucht, steile Hügel und anspruchsvolles Gelände testen wollen. Der T100-Profikurs nutzt diese Kulisse vollständig aus: Das Wasser, in das die Profis vom Schiff vor der Kulisse der Gefängnisinsel Alcatraz springen, ist gerade einmal 12 Grad warm. Die Radstrecke umfasst zwar nur 29 Kilometer, bringt es aber auf rund 450 Höhenmeter. Das Profil ist im Grunde eine Abfolge von Bergaufpassagen und schnellen Abfahrten, die volle Aufmerksamkeit verlangen.

Bogen hatte nach dem dritten Platz beim ersten Rennen hier und dem Sieg im Vorjahr erklärt, dies sei sein Kurs. „San Francisco ist mein Kurs", sagte er im Zielinterview. „Ich habe auf dem Rad alles gegeben, um die schnellen Läufer auf Abstand zu halten." Die Zahlen geben ihm recht: Auf dem Rad fuhr er im Schnitt 41 km/h, mit Spitzen bis 84 km/h, bei einer normalisierten Leistung von 394 Watt.

Deutsches Doppelpodest und der Blick nach vorn

Nygaard Priester beeindruckte mit einem starken Rennen auf seinem T100-Debüt und komplettierte gemeinsam mit Bogen ein deutsches Eins-Zwei vor dem PTO-Weltranglistenersten Hayden Wilde. „Ich bin happy mit dem Ergebnis. Ich kann es fast nicht glauben, dass ich zwei Olympiamedaillengewinner hinter mir lassen konnte", sagte der gebürtige Quickborner nach dem Rennen.

Für Bogen persönlich bedeutet der Sieg mehr als nur ein weiterer Titel. Erst 2023 wechselte er auf die Mitteldistanz und gewann im selben Jahr die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft als jüngster Champion aller Zeiten, gerade einmal fünf Monate nach seinem ersten Rennen über diese Distanz. Seitdem hat er sich in der T100-Serie als einer der konstantesten Kräfte etabliert.

Der Sieg bringt Bogen in der T100 Race to Qatar auf den dritten Platz hinter Jake Birtwhistle und Hayden Wilde. Gewertet werden die besten drei Saisonergebnisse zuzüglich dem Abschlussfinale in Katar. Für die Männer geht es als nächstes beim Ekoï French Riviera T100 am 19. September weiter.

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