Georgia Taylor-Brown hat beim Spain T100 in Pamplona ihren ersten Sieg auf der T100 Triathlon World Tour eingefahren. Die Britin dominierte das Rennen über 100 Kilometer in der Hitze Navarras und setzte sich am Ende souverän gegen die Schweizerin Julie Derron durch. Für Taylor-Brown war es ein lange erwarteter Durchbruch auf dieser Distanz.
Taktik entscheidet in der Hitze von Pamplona
In einem heißen und hart umkämpften 100-km-Rennen in Pamplona setzte sich Georgia Taylor-Brown mit einem starken Laufabschnitt durch und gewann damit das zweite Rennen der 2026er Serie. Sie überquerte die Ziellinie in 3:38:03. Julie Derron aus der Schweiz kam 1:19 Minuten dahinter als Zweite ins Ziel. Die Amerikanerin Taylor Spivey komplettierte das Podium auf Rang drei und feierte damit ihren ersten T100-Podiumsplatz überhaupt.
Beide Athletinnen erklärten anschließend, dass sie mit sehr unterschiedlichen Taktiken ins Rennen gegangen waren: Derron sagte, ihr Trainer habe ihr aufgetragen, so lange zu gehen, bis sie einbreche, während Taylor-Brown einen deutlich berechnenden Ansatz wählte. Diese Entscheidung zahlte sich aus. Taylor-Brown schonte ihre Kräfte über den gesamten Kurs und wartete auf den richtigen Moment. Mit einem 59-Sekunden-Rückstand auf die Laufstrecke gegangen, überholte sie Derron rasch und ließ sie auf einem Anstieg hinter sich.
Der Radkurs in Spanien war ungewöhnlich für T100-Verhältnisse: kein Rundkurs, sondern ein Punkt-zu-Punkt-Rennen über 80 Kilometer mit mehreren schnellen Abfahrten und technisch anspruchsvollen Kurven. Die 18-km-Laufstrecke startete und endete im Herzen der historischen Altstadt Pamplonas, führte die Athletinnen entlang des Flusses Arga durch das Viertel Arantzadi und endete auf der Gazteluko Plaza.
Langer Weg zum ersten T100-Sieg
Nach vier Versuchen auf der T100-Distanz im Jahr 2025 mit den Platzierungen 12, 9, 4 und 2 gelang Taylor-Brown nun endlich der Durchbruch zum ersten T100-Sieg. Dass es ausgerechnet in Pamplona und bei extremer Hitze klappte, ist kein Zufall. Die Saison 2026 begann für sie stark, nachdem sie 2025 nach eigenem Bekunden ein schwieriges Jahr hatte. Einen Anteil daran hat offenbar ihr neues Trainingsumfeld bei der PTC-Gruppe unter Trainer Glenn Poleunis, zu der auch Olympiasiegerin Cassandre Beaugrand und Vincent Luis gehören.
Vor dem Rennen hatte die Abwesenheit der amtierenden T100-Weltmeisterin Kate Waugh für Gesprächsstoff gesorgt. Eine Wadenverletzung zwang die Britin erneut zum Verzicht. Damit verpasste sie bereits das zweite T100-Rennen in Folge, was ihre Titelverteidigung erheblich erschwert.
Der Sieg bringt Taylor-Brown auf Platz zwei der T100 Race to Qatar-Wertung hinter Imogen Simmonds. In die Endabrechnung fließen die drei besten Ergebnisse der regulären Saison sowie das Abschlussrennen beim Qatar T100 Triathlon World Championship Final ein.
San Francisco: Wilde vor härtestem Test der Saison
Während die Frauen auf ihr nächstes Aufeinandertreffen in Vancouver warten, richtet sich der Blick im Männerbereich bereits auf das nächste Highlight. Am 6. Juni 2026 stellt sich T100-Weltmeister Hayden Wilde beim Sokin San Francisco T100 Triathlon seinem bisher schwersten Gegnerfeld auf der Tour. Wildes T100-Bilanz ist beeindruckend: acht Rennen, sieben Siege. Die einzige Ausnahme war ein Missverständnis bei der Rundenzählung in Dubai.
In San Francisco treffen nun alle Top-6 der PTO-Weltrangliste aufeinander: Neben Wilde stehen PTO-Weltranglistenzweiter Jelle Geens (BEL), Mika Noodt (GER), Rico Bogen (GER), der das Rennen 2025 gewann, Morgan Pearson (USA) und Marten Van Riel (BEL) auf der Startliste. Dazu kommt mit Ben Kanute ein Lokalmatador, der das Escape From Alcatraz Triathlon viermal gewonnen hat und den Kurs besser kennt als fast jeder andere.
Für Wilde ist es zudem das erste Antreten auf dem legendären Escape-from-Alcatraz-Kurs überhaupt als Profi, nachdem er das Rennen im Vorjahr wegen einer Schulterverletzung verpasst hatte. Die T100-Serie macht danach Station in Vancouver am 15. August, bevor die Saison im Dezember mit dem Weltfinale in Katar endet.








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