Beim Vienna City Marathon am 19. April könnte das Frauenrennen zum sportlichen Höhepunkt des Tages werden. Das Elitefeld vereint Läuferinnen mit Bestzeiten unter 2:21 Stunden – und zumindest theoretisch ist sogar ein Angriff auf die erste Frauenzeit unter 2:20 Stunden auf österreichischem Boden möglich.
Den aktuellen Streckenrekord hält die Kenianerin Vibian Chepkirui mit 2:20:59 Stunden, aufgestellt im Jahr 2022. Zwei Äthiopierinnen bringen die Voraussetzungen mit, diese Marke zu unterbieten.
Tesfaye und Gezahagn als Favoritinnen
Haftamnesh Tesfaye kommt mit einer Bestzeit von 2:20:13 Stunden nach Wien – einer Zeit, die sie bei ihrem Marathondebüt 2018 in Dubai aufstellte. Wenige Monate später lief sie in Frankfurt 2:20:47. Dann folgten Verletzungen, familiäre Auszeiten, zwei Söhne im Alter von vier und fünf Jahren. Jetzt ist die 31-Jährige zurück im Hochleistungstraining und plant ein Comeback auf internationalem Niveau. Ihr Umfeld in Addis Abeba ist bemerkenswert: Zu ihren Trainingskolleginnen zählen Olympia-Zweite Tigst Assefa, Chicago-Marathon-Siegerin Hawi Feysa sowie Tigist Ketema, die 2024 sowohl in Dubai als auch in Berlin gewann. Ihre jüngere Schwester Foyten Tesfay debütierte am 15. März beim Barcelona Marathon mit 2:10:51 Stunden.
Tigist Gezahagn hat 2025 bereits einen Marathonsieg vorzuweisen. Die 26-Jährige gewann im Januar das Rennen in Doha und verbesserte dabei ihre persönliche Bestzeit auf 2:21:14 Stunden. Ihr Ziel in Wien ist klar: der Streckenrekord. „Tigist hat sich nach Doha gut erholt und ihre Vorbereitung auf Wien verläuft sehr positiv. Wenn die Wetterbedingungen passen, ist eine sehr starke Leistung möglich", sagte ihr Manager Tadesse Abraham, der ehemalige Schweizer Marathon-Rekordhalter. Gezahagn trainiert in Addis Abeba in der Gruppe von Coach Getamesay Molla.
Titelverteidigerin unter Druck
Betty Chepkemoi, die im Vorjahr bei eisigen Bedingungen in 2:24:14 Stunden gewann, hat ihren Start bereits bestätigt. Angesichts der Konkurrenz wird die Kenianerin ihre Leistung deutlich steigern müssen, um den Titel zu verteidigen.
Ebenfalls am Start ist die US-Amerikanerin Lindsay Flanagan mit einer Bestzeit von 2:23:31 Stunden. Bei den Weltmeisterschaften 2023 in Budapest lief sie auf Rang neun. Faith Chepkoech kehrt nach ihrem überraschenden zweiten Platz beim Vienna City Marathon 2024 zurück – damals war es ihr Marathondebüt, das sie in 2:26:22 Stunden absolvierte.
Das Frauenrennen am 19. April verspricht damit eine offene Entscheidung mit realistischen Aussichten auf einen neuen Streckenrekord – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

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