Vienna City Marathon 2026 mit Rekordteilnehmerzahl und neuem 10K Coffee Run

Vienna City Marathon 2026 mit Rekordteilnehmerzahl und neuem 10K Coffee Run
Fotografía: © VCM / Leo Hagen

Vienna City Marathon 2026 mit Rekordteilnehmerzahl und neuem 10K Coffee Run

April 15, 20263 minutos Tiempo de lectura

Der VCM 2026 lockt 49.000 Läufer, erstmals mit Tchibo Coffee Run 10K und als Teil der European Marathon Classics.

Rund 49.000 Anmeldungen, ein Konzert im Goldenen Saal des Musikvereins und die Premiere als Teil einer neuen europäischen Laufserie: Der Vienna City Marathon 2026 am 18. und 19. April setzt in mehrfacher Hinsicht neue Maßstäbe.

Rekordfeld und ein junges Gesicht

Mit insgesamt 49.000 Anmeldungen wurde ein neuer Höchstwert erreicht, darunter 13.000 Teilnehmer über die klassische Marathondistanz. Das sind rund 3.000 mehr als im Vorjahr, als 46.083 Läuferinnen und Läufer an den Start gingen. Bemerkenswert ist dabei die Zusammensetzung des Feldes: Besonders die Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen stellt das größte Kontingent. Auffällig ist auch der Zuwachs an Frauen, die ihre Marathonpremiere auf der klassischen Distanz feiern: 40 Prozent der angemeldeten Teilnehmer absolvieren hier ihren ersten Marathonlauf.

Der Frauenanteil wächst generell spürbar: 27 Prozent der Marathonstarter sind weiblich, beim Halbmarathon sind es bereits 47 Prozent, beim Vienna 5K 50 Prozent und beim neuen Tchibo Coffee Run 10K sogar 52 Prozent. Zahlen, die den gesellschaftlichen Wandel im Laufsport eindrücklich widerspiegeln.

Neu im Programm ist eben dieser Coffee Run: Der Tchibo Coffee Run 10K findet erstmals am VCM-Sonntag statt. Er startet um 8:00 Uhr auf der Reichsbrücke, also eine Stunde vor dem Marathon. Die Strecke führt am Wiener Riesenrad vorbei, durch die Prater Hauptallee und entlang der Ringstraße ins Ziel. Dort warten Kaffee und Wiener Gebäck auf die Finisher.

Musik, Stimmung und Stadtkulisse

Den Auftakt des Marathonwochenendes macht am Samstag, 18. April, ein besonderes Konzert: Die Wiener Symphoniker spielen gemeinsam mit 42 VCM-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern im Goldenen Saal des Musikvereins. Auf dem Programm stehen Werke von Strauss, Schubert, Brahms, Suppé und Lehár – ein Aufwärmprogramm der besonderen Art in der Welthauptstadt der Musik.

Entlang der Strecke sorgen über 60 Cheering-Zones für Energie, darunter ein Symphoniker-Hotspot beim Lusthaus und eine Fanmeile zum Eurovision Song Contest auf der Schüttelstraße. Unmittelbar nach dem Start überqueren die Läuferinnen und Läufer die Reichsbrücke und laufen auf der flachen Prater Hauptallee durch das weitläufige Grün des Praters, dem Ort, an dem Eliud Kipchoge 2019 als erster Mensch eine Marathonzeit unter zwei Stunden lief. Weiter geht es entlang des Donaukanals zur Wiener Ringstraße, an der Staatsoper vorbei, durch das Wiental bis zum Schloss Schönbrunn. Das Ziel liegt vor dem Burgtheater.

Läuferinnen und Läufer aus 150 Nationen nehmen teil. Den größten Anteil stellen Österreicherinnen und Österreicher mit 60 Prozent, gefolgt von Teilnehmenden aus Deutschland, Italien, Frankreich, Ungarn, Großbritannien, Polen, den Niederlanden, den USA, der Slowakei, Tschechien und der Schweiz.

Wien als Teil der European Marathon Classics

2026 markiert für den VCM auch einen strategischen Schritt nach außen: Am 25. Februar wurde im historischen Ambiente des Schlosses Schönbrunn in Wien die neue European Marathon Classics (EMC) Serie offiziell vorgestellt. Das ist eine europaweite Initiative, die acht ikonische Marathonläufe zu einer gemeinsamen Herausforderung verbindet. Die Serie umfasst acht Rennen zwischen März und Oktober: den Acea Run Rome The Marathon, den Vienna City Marathon, den TCS London Marathon, die Zurich Rock'n'Roll Running Series Madrid, den Copenhagen Marathon, den Warsaw Marathon, den EDP Lisbon Marathon und den Mainova Frankfurt Marathon.

Der VCM ist dabei das zweite Rennen der Serie, nach dem Rom Marathon im März. Wer den Titel „European Marathon Classics Finisher" und eine Erinnerungsmedaille erhalten möchte, muss mindestens fünf der acht Marathons in verschiedenen Städten absolvieren — ein Zeitlimit gibt es dafür nicht. Die European Marathon Classics richten sich an Breitensportlerinnen und -sportler; eine spitzensportliche Wertung gibt es zumindest derzeit noch nicht.

Tradition, Treue und zwei Rekordmenschen

Die erste Ausgabe des Vienna City Marathon fand am 25. März 1984 mit 794 Teilnehmenden statt. Seitdem ist viel passiert und einige sind von Anfang an dabei. Die folgenden sechs Läufer standen bei jedem einzelnen Marathon seit 1984 im Ziel: Alfred Biela, Bernhard Bruckner, Franz Gschiegl, Erwin Reichetzeder, Michael Reichetzeder und Gerhard Tomeczek. Sie wollen die Serie 2026 fortsetzen.

Simone Staudacher ist seit 1999 durchgehend dabei und hat den VCM bereits 26 Mal finisht. Als Aufwärmprogramm startet sie am Samstagabend beim Vienna 5K. Dass Laufen kein Alterslimit kennt, beweisen Ruth Richter aus Berlin mit 87 Jahren und Gerhard Auner aus Wien mit 82 Jahren. Beide Teilnehmer sind für den Marathon gemeldet.

333 Läuferinnen und Läufer, die mindestens zehnmal die volle Marathondistanz beim VCM absolviert haben, bilden den „Club of Honour". 45 davon waren sogar schon 25 Mal oder öfter im Ziel.

Nachhaltigkeit und Wirkung

Abseits der Strecke denkt der VCM auch in gesellschaftlichen Kategorien. Kleidungsstücke, die im Startbereich zurückbleiben, werden von der MA 48 getrennt erfasst und an die Carlas, die Secondhand-Shops der Caritas, weitergeleitet. Ein Teil des Nenngelds vom Vienna 5K fließt an den WWF Österreich für den Schutz der March-Thaya-Auen, der größten unzerschnittenen Flusslandschaft Mitteleuropas.

Der wirtschaftliche Effekt des Events ist erheblich: Eine Untersuchung aus dem Jahr 2018 ergab eine touristische Wertschöpfung von 25 Millionen Euro und 126.000 Nächtigungen in Wien und die Tendenz ist stark steigend.

Nach dem Rennen geht das Wochenende im Prater Dome weiter: Ab 19 Uhr findet dort die Stiegl After Race Party statt. Und wer schon jetzt an 2027 denkt: Die Anmeldung für den Vienna City Marathon am 18. April 2027 startet noch während des laufenden Events am Sonntag.

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