Drei Athleten des SV Schalding-Heining haben am 14. Juni 2026 beim Ironman Klagenfurt die Ziellinie überquert. Sebastian Liebl, Magdalena Madl und Holm Putzke bezwangen die volle Langdistanz: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen. Klagenfurt gilt dabei als eine der anspruchsvollsten Langdistanzen im Triathlon-Kalender, allein die Radstrecke bringt rund 1.680 Höhenmeter mit sich.
Eng beieinander, dann jeder für sich
Nach der Hälfte der Radstrecke lagen alle drei Schaldinger Athleten noch innerhalb von fünf Minuten. Was danach folgte, war für jeden ein eigener Kampf. Körper, Wetter und Kopf machten den Unterschied, nicht mehr die Uhr. Genau das ist Ironman: Irgendwo auf den letzten Kilometern hört der Plan auf zu funktionieren, und dann zeigt sich, was wirklich drinsteckt im "Überraschungspaket Langdistanz".
Sebastian Liebl: 12:20:55 Stunden
Liebl startete mit einer für ihn starken Schwimmleistung, die er selbst nicht unbedingt erwartet hatte. Die Vorbereitung war zäh und inkonsistent, doch im Wasser lief es besser als gedacht. Auf dem Rad folgten früh Nacken- und Schulterprobleme, die er aber wegsteckte und seinen Rhythmus fand. Ab Kilometer zehn des Marathons kamen Magenprobleme dazu, die ihn später zu Gehpausen zwangen. Er brachte den Lauf dennoch ins Ziel. Mit 12:20:55 Stunden, trotz aller Widrigkeiten, liefert er eine beeindruckende Zeit ab. „Ein wunderschöner Wettkampf mit mega Strecke und mega Zuschauern", so sein Fazit.
Magdalena Madl: 14:44:23 Stunden
Für Madl war es die erste Langdistanz überhaupt. Ein Jahr gezielter Vorbereitung steckte dahinter. Sie startete selbstbewusst, trotz wenig Schlaf. Auf dem Rad traf sie der härteste Moment des Tages: Übelkeit, Kreislaufprobleme, ein Stopp am Streckenrand, Tränen. Erst mit Hilfe von Streckenposten entschied sie sich weiterzufahren. Die Beschwerden blieben, begleiteten sie durch den gesamten Marathon. Erst als sie auf Wasser umstellte, stabilisierte sich ihr Zustand. Auf den letzten Kilometern kamen Regen und Hagel dazu. Madl gab trotzdem nicht auf und überquerte nach 14:44:23 Stunden und enormem Kampf gegen sich selbst die Ziellinie. „Es war ein verdammt langer Tag, aber ich habe dort weitergemacht, wo andere aufgehört hätten", sagte sie hinterher. Und eines steht für sie fest: Es soll nicht ihre letzte Langdistanz gewesen sein.
Holm Putzke: 13:03:13 Stunden
Der 52-jährige Strafrechtsprofessor und Passauer Stadtrat Holm Putzke brachte Erfahrung, Gelassenheit und eine Portion Humor mit nach Klagenfurt. Das Schwimmen und die erste Radrunde liefen kontrolliert. Spätestens am Rupertiberg auf der zweiten Radrunde, mit Steigungen bis zu elf Prozent, begann der eigentliche Kampf. Putzke beschreibt den Ironman dabei als ein Ringen mit sich selbst, um Tempo, Motivation und jeden weiteren Schritt.
Besonders kurios: Auf der Laufstrecke bog er versehentlich zu früh Richtung Ziel ab und hörte schon den Satz, auf den jeder Finisher hinarbeitet: „You are an Ironman." Da er aber noch eine Runde vor sich hatte, musste er wieder umdrehen. Nach 13:03:13 Stunden durfte er den denkwürdigen Satz ein zweites Mal hören, diesmal verdient. Sein Fazit: „Trotz Schmerzen, Zweifeln und schwieriger Phasen bleiben unvergessliche Momente und große Dankbarkeit gegenüber allen, die mitgefiebert, geschrieben, gewartet und an der Strecke unterstützt haben.“







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