Deutsche Trailrunner starten stark beim HOKA UTMB Mont-Blanc 2026 in Chamonix

Deutsche Trailrunner starten stark beim HOKA UTMB Mont-Blanc 2026 in Chamonix
Bild: © IRONMAN Group

Deutsche Trailrunner starten stark beim HOKA UTMB Mont-Blanc 2026 in Chamonix

26. August 20263 Minuten Lesezeit

Vom 24. bis 30. August kämpfen deutsche Athletinnen wie Rosanna Buchauer und Ida-Sophie Hegemann bei den UTMB World Series Finals um Top-Platzierungen. Wer sind die Favoriten?

Für die deutsche Trailrunning-Szene beginnt diese Woche ein besonderes Kapitel. Vom 24. bis 30. August 2026 findet in Chamonix das HOKA UTMB Mont-Blanc statt, und mit ihm die UTMB World Series Finals. Mehrere deutsche Athletinnen und Athleten haben sich ihren Startplatz verdient und stehen nun an der Startlinie des weltweit bedeutendsten Trailrunning-Events.

Der Weg nach Chamonix führte über die Zugspitze

Für viele der deutschen Starter war der Salomon Zugspitz Ultra Trail powered by Ledlenser (ZUT) eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu den Finals. Mit der Saison 2026 begann für den ZUT ein neues Kapitel: Nach 15 Jahren als eines der bedeutendsten Trailrunning-Events Europas wurde er erstmals Teil der UTMB World Series. Damit fand die globale Rennserie erstmals überhaupt in Deutschland Station. Der Zugspitz Ultra Trail ist das größte Trailrunning-Event Deutschlands und zieht Jahr für Jahr tausende Läuferinnen und Läufer aus über 60 Nationen nach Garmisch-Partenkirchen.

Elite-Athleten können sich über Ergebnisse bei UTMB World Series Events direkt für die Finals qualifizieren. Bei World Series Events erhalten die Top drei der Männer und Frauen in den Kategorien 50K, 100K und 100M eine direkte Qualifikation. Wer beim ZUT im Juni überzeugte, sicherte sich damit einen begehrten Startplatz in Chamonix.

Rosanna Buchauer, Ida-Sophie Hegemann, Manuel Hartweg und Tomáš Hudec gewannen die Hauptrennen beim Zugspitz Ultratrail 2026. Wetterkapriolen hatten die Veranstalter gezwungen, sowohl den Ultra Trail als auch den Ehrwald Trail auf dieselbe Strecke von 74,5 Kilometern und 3.296 Höhenmetern zu verkürzen. Trotz dieser Einschränkungen lieferten die deutschen Läuferinnen starke Leistungen ab.

Deutsche Athletinnen mit Ambitionen in Chamonix

Besonders auf der deutschen Seite richtet sich der Blick auf die Frauen. Rosanna Buchauer ist eine der bekanntesten deutschen Trail- und Ultraläuferinnen. Die deutsche Spitzen-Athletin wird beim CCC über 100 Kilometer und 6.156 Höhenmeter an den Start gehen. Bei den Berglauf- und Traillauf-Weltmeisterschaften 2022 in Thailand erreichte sie den fünften Platz, 2023 erneut Platz fünf im Trail Long, dazu Platz zwei in der Teamwertung gemeinsam mit Katharina Hartmuth und Ida-Sophie Hegemann.

Ida-Sophie Hegemann tritt beim TDS an, einem der technisch anspruchsvollsten Rennen der Woche. Die Strecke führt durch das Aostatal und über den Beaufortain in Richtung französische Alpen, über rund 150 Kilometer und 9.500 Höhenmeter bei einer maximalen Laufzeit von 44:55 Stunden. Aus deutscher Sicht fällt der Blick im Frauenrennen unweigerlich auf Hegemann. Die Athletin von The North Face gehört zu den stärksten Läuferinnen im Feld und dürfte bei einem guten Rennverlauf um die vorderen Positionen kämpfen. Mit der TDS hat Hegemann noch eine Rechnung offen: Mehrmals versuchte sie sich bereits an diesem Rennen, musste ihre Starts jedoch verletzungsbedingt vorzeitig beenden. Entsprechend groß dürfte die Motivation sein, die TDS dieses Mal nicht nur erfolgreich zu finishen, sondern ihr tatsächliches Leistungsvermögen zu zeigen.

Aus DACH-Sicht verspricht das Frauenrennen der TDS besondere Spannung: Mit Ida-Sophie Hegemann, Eva Maria Sperger, Sylvie Geissler und Esther Fellhofer stehen gleich mehrere Athletinnen mit Chancen auf eine vordere Platzierung am Start.

Das Elitefeld 2026: Ein offenes Rennen um den Mont-Blanc

Die Zahlen des HOKA UTMB Mont-Blanc 2026 unterstreichen die internationale Dimension des Events: 846 Elite-Athleten sind gemeldet, 34 mehr als 2025. 46 Prozent sind Frauen, und insgesamt sind 54 Nationalitäten vertreten. Der HOKA UTMB Mont-Blanc ist zu einer kompletten Rennwoche gewachsen, die vom 24. bis 30. August 2026 unterschiedlichste Formate bietet. Insgesamt acht Rennen gehören zum offiziellen Programm.

Sportlicher Höhepunkt bleiben die drei Finals der UTMB World Series. Am Donnerstag wird bei der OCC das Finale der 50K-Kategorie ausgetragen, am Freitag folgen mit CCC und UTMB die Entscheidungen über 100K und 100M. Beim Flaggschiff-Rennen laufen die Athleten von Chamonix nach Italien, weiter in die Schweiz und zurück nach Frankreich: 174 Kilometer und 9.900 Höhenmeter.

Das Elitefeld ist in diesem Jahr offener als erwartet. Kurz vor dem Start wurde das Feld durch eine Reihe von Absagen tiefgreifend verändert: Kilian Jornet, Tom Evans und Jim Walmsley werden nicht an der Startlinie stehen. Das Rennen ist damit so offen wie seit Jahren nicht mehr. Für die deutschen Starter könnte das eine Chance sein, sich in einem neu sortierten Feld zu beweisen.

Seit dem Start in Chamonix im Jahr 2003 hat sich der HOKA UTMB Mont-Blanc zum weltweit führenden Trailrunning-Event entwickelt und ist die Bühne, auf der Karrieren geschrieben werden. Dass Deutschland in diesem Jahr gleich mit einer Gruppe erfahrener Athletinnen vertreten ist, zeigt, wie weit sich die nationale Trailrunning-Szene in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Der Zugspitz Ultra Trail als UTMB-Qualifikationsrennen vor der eigenen Haustür hat dabei eine wichtige Rolle gespielt.

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