Sam Laidlow hat die Triathlon-Welt bereits in diesem Sommer mit einer neuen Weltbestzeit aufhorchen lassen. Jetzt steht sein nächster Einsatz fest: Der Weltbestzeithalter über die Langdistanz hat seinen Start bei Challenge Samarkand am 13. September 2026 bestätigt und macht das Rennen zu seinem letzten Wettkampf vor den World Championships in Kona. Damit rückt das Rennen in Usbekistan schlagartig in den Fokus der internationalen Triathlon-Szene.
Weltbestzeit als Ausgangspunkt
In 7:21:04 Stunden stellte der 27-jährige Franzose bei der DATEV Challenge Roth nicht nur einen neuen Streckenrekord auf, sondern unterbot auch die Weltbestzeit über die Langdistanz von 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen um genau 20 Sekunden. Laidlow verteidigte dabei seinen Challenge-Roth-Titel in rekordverdächtiger Manier gegen das wohl stärkste Männerfeld aller Zeiten und hielt einen aufholenden Kristian Blummenfelt in Schach.
Taktisch war es ein Meisterstück: Laidlow trieb eine fünfköpfige Spitzengruppe zu einem Dreiminuten-Vorsprung gegenüber Blummenfelt und dem Rest im Schwimmen. Gemeinsam mit Rico Bogen zog er auf dem Rad weiter an, sodass beide den Marathon mit mehr als zwölf Minuten Vorsprung auf den Norweger in Angriff nehmen konnten. Die Siegerzeit lag damit exakt 20 Sekunden unter dem bisherigen Weltrekord, den Blummenfelt im April 2026 beim IRONMAN Texas aufgestellt hatte.
Samarkand statt Nizza: eine klare Entscheidung
Laidlows Entscheidung macht ihn gleichzeitig zu einem der prominentesten Abwesenden bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza, die einen Tag zuvor am 12. September stattfindet. Mit der Wahl Samarkands entscheidet sich Laidlow für den weitgehend flachen, schnellen Kurs in Usbekistan anstelle des anspruchsvollen, bergigen Geländes in Nizza.
Laidlow selbst betont, dass der besondere Kurscharakter, die erwarteten Bedingungen und der September-Termin ideale Voraussetzungen für ein letztes Rennen vor der Reise nach Hawaii bieten. Damit folgt er in den Fußstapfen von Größen wie Kristian Blummenfelt, Gustav Iden und Rico Bogen, die das Rennen in Usbekistan in früheren Auflagen bestritten haben.
Laidlow wird den Mitteldistanzkurs von Challenge Samarkand in Angriff nehmen: 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen. Das Rennen beginnt mit dem Schwimmen in einem eigens angelegten Rudersee. Der 113 km lange Kurs führt entlang der alten Seidenstraße durch jahrhundertealtes Kulturerbe, vorbei an außergewöhnlicher Architektur und historischen Monumenten. Das UNESCO-Welterbe-Setting bietet Athleten die seltene Möglichkeit, in einer der geschichtsträchtigsten Städte der Welt zu wettkämpfen.
Räppo und Theunissen siegen in Turku
Während Laidlow seine Kona-Vorbereitung plant, lieferte das Challenge-Family-Kalender bereits zuletzt starken Rennsport: Henry Räppo (EST) und Bridget Theunissen (RSA) setzten sich bei der 11. Auflage von Challenge Turku durch und meisterten schwierige Regen- und Nässe-Bedingungen mit Zielzeiten von 3:35:10 bzw. 4:12:12.
Im Männerrennen verließ Räppo als Erster das Wasser des besonderen Schwimmkurses, umgeben von Turkus historischen Schiffen, in 22:34 Minuten. Henrik Goesch (FIN), Gabriel Sandör (SWE) und Jakub Maliszewski (POL) folgten innerhalb von zehn Sekunden. Auf dem Rad arbeitete sich Deutschlands Jonathan Homberg bis zur Hälfte an die Spitze vor und führte die restliche Fahrt an. Trotz der schnellsten Radzeit von 1:56:54 konnte er sich nicht von Räppo, Sandör und Goesch lösen. Das Quartett erreichte T2 mit weniger als 20 Sekunden Rückstand.
Räppo übernahm bereits nach zwei Kilometern auf der Laufstrecke wieder die Führung und baute seinen Vorsprung stetig aus. Goesch lief auf Rang zwei, Sandör hielt Platz drei. Räppo gewann in 3:35:10, Goesch folgte in 3:36:15, Sandör in 3:37:06.
Das Frauenrennen verlief nach anderer Dynamik. Jasmine Holmes (GBR) führte aus dem Wasser in 25:02, dicht gefolgt von Maaike Vooren (NED) und Bridget Theunissen. Auf dem Rad übernahm Theunissen sofort das Kommando, eröffnete bis Kilometer 20 eine 30-Sekunden-Lücke und baute ihren Vorsprung auf das Verfolgerinnen-Duo bis zur Hälfte auf 1:24 Minuten aus. Mit der besten Radzeit des Feldes von 2:14:44 kam die Südafrikanerin mit drei Minuten Vorsprung in T2 an.
Qualifikation für The Championship 2027: noch viele Chancen
Für alle, die sich ihren Startplatz bei The Championship 2027 noch sichern wollen: Der Qualifikationskalender bietet noch mehr als 15 weitere Rennen. Die verbleibenden Qualifikationsrennen im Überblick:
Rennen | Datum |
|---|---|
Challenge Fortaleza | 30. August 2026 |
Challenge Almere-Amsterdam | 12. September 2026 |
SAIL Challenge Montréal | 13. September 2026 |
Challenge Samarkand | 13. September 2026 |
Challenge Sanremo | 4. Oktober 2026 |
Challenge Vieux-Boucau | 10. Oktober 2026 |
Challenge Peguera-Mallorca | 17. Oktober 2026 |
Challenge Shanghai | 24. Oktober 2026 |
Challenge Forte Village Sardinia | 25. Oktober 2026 |
Challenge Barcelona | 25. Oktober 2026 |
Challenge Xiamen | 7. November 2026 |
Challenge Canberra | 22. November 2026 |
Challenge Florianópolis | 29. November 2026 |
Challenge Israman | 29. Januar 2027 |
Challenge Sir Bani Yas | 30. Januar 2027 |
Challenge Wānaka | 20. Februar 2027 |
ANFI Challenge Mogán-Gran Canaria | 17. April 2027 |
Challenge Taiwan | 24. April 2027 |
Challenge Salou-Costa Daurada | 9. Mai 2027 |





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