Am Wochenende des 12. und 13. September 2026 steigt in Nizza eine der prestigeträchtigsten Titelkämpfe im Triathlon: die Precision Fuel & Hydration IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaft. Über 120 Profis gehen an der Plage des Ponchettes ins Wasser, mehr als 6.500 Athletinnen und Athleten insgesamt kämpfen an der Côte d'Azur um den Weltmeistertitel auf der Mitteldistanz. Das Starterfeld liest sich wie ein Who's who des modernen Triathlons.
Der Kurs: Schwimmen im Mittelmeer, Klettern in den Alpen
Der Kurs in der Region Alpes-Maritimes beginnt mit einem 1,9-km-Schwimmen im Mittelmeer an der Plage des Ponchettes. Anschließend folgt ein 90-km-Radabschnitt über kurvige Bergstraßen mit dem Anstieg auf den Col de Vence, bevor ein 21,1-km-Lauf entlang der Promenade des Anglais den Wettkampf abschließt. Der Schwimmstart erfolgt als Einschleifenkurs ohne Neoprenanzug direkt beim ikonischen „I LOVE NICE"-Wahrzeichen. Nach dem kräftezehrenden Höhengewinn auf dem Rad erwartet die Athleten auf dem völlig flachen Laufkurs ein purer Tempotest unter der mediterranen Sonne.
Das Rennwochenende ist das vorletzte Event der 2026 IRONMAN Pro Series, bei dem 3.000 Punkte und ein Preisgeld von 500.000 US-Dollar auf dem Spiel stehen. Der Sieger und die Siegerin nehmen jeweils 75.000 US-Dollar mit nach Hause.
Männer: Geens jagt den historischen Hattrick
Im Zentrum des Männerfeldes steht Jelle Geens, der beide IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaften gewonnen hat, an denen er teilgenommen hat: Taupō 2024 und Marbella 2025. Er will als erster Mann überhaupt dreimal in Serie triumphieren. Auf der Startlinie stehen auch die drei früheren Weltmeister Rico Bogen (2023), Kristian Blummenfelt (2022) sowie Gustav Iden (2019 und 2021).
Zu den weiteren Männern, die man im Auge behalten sollte, zählen Jonas Schomburg aus Deutschland, der in dieser Saison bereits beim IRONMAN Schweden gewann, sowie sein Landsmann und 2023er-Weltmeister Rico Bogen. Olympiamedaillengewinner Vincent Luis (FRA), Hayden Wilde (NZL) und Marten Van Riel (BEL) sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Lasse Nygaard Priester zählt nach einem Sieg beim 70.3 Jönköping und einem Erfolg über Geens in Zell am See zu den Formstärksten der späten Sommersaison.
Zu den prominenten Abwesenden gehört Sam Laidlow, der Nice zugunsten von Challenge Samarkand als letzten Formtest vor Kona ausgelassen hat.
Frauen: Offenes Rennen nach Charles-Barclays Rückzug
Titelverteidigerin Lucy Charles-Barclay wird in diesem Jahr nicht antreten. Die Britin erklärte, die Entscheidung sei ihr sehr schwer gefallen, letztlich aber habe das Kalkül für Kona den Ausschlag gegeben: „Ich möchte nicht in einem schwierigen Moment auf Hawaii das Gefühl haben, meine beste Leistung in Nice gelassen zu haben. Wenn ich es so betrachte, wird das Verhältnis von Risiko und Ertrag klar."
Das Frauenfeld wird angeführt von der dreifachen 70.3-Weltmeisterin Taylor Knibb (USA), der zweifachen WM-Zweiten Kat Matthews (GBR), der amtierenden IRONMAN-Weltmeisterin Solveig Løvseth (NOR) sowie der Deutschen Laura Philipp, die 2024 ihren IRONMAN-Weltmeistertitel in Nizza gewann. Auch die Französin Marjolaine Pierré wird auf heimischem Boden antreten, nach Siegen beim IRONMAN 70.3 Aix-en-Provence und einem zweiten Platz beim IRONMAN 70.3 Jönköping in dieser Saison. Komplettiert wird das Feld durch Paula Findlay, Julie Derron und Imogen Simmonds.
Das Frauenrennen startet am Samstag, 12. September, um 6:30 Uhr MESZ, das Männerrennen folgt am Sonntag, 13. September, ebenfalls um 6:30 Uhr MESZ. Beide Rennen werden kostenlos live auf dem IRONMAN YouTube-Kanal und unter ironman.com/proseries übertragen. Als Kommentatoren sind unter anderem Mirinda Carfrae, Craig Alexander und Daniela Ryf im Einsatz.
Die wichtigsten Profis im Überblick
Männer (Auswahl)
| Name | Nation | Besondere Auszeichnungen |
|---|---|---|
| Jelle Geens | BEL | Amtierender 70.3-Weltmeister (2024, 2025) |
| Kristian Blummenfelt | NOR | 70.3-Weltmeister 2022, Olympiasieger Tokio 2020 |
| Gustav Iden | NOR | 70.3-Weltmeister 2019, 2021 |
| Rico Bogen | GER | 70.3-Weltmeister 2023 |
| Casper Stornes | NOR | Amtierender IRONMAN-Weltmeister |
| Marten Van Riel | BEL | T100-Weltmeister 2024 |
| Hayden Wilde | NZL | Olympiamedaillengewinner, 70.3-WM-Zweiter 2024 |
| Jonas Schomburg | GER | IRONMAN-Sieger Schweden 2026 |
| Lasse Nygaard Priester | GER | Sieger 70.3 Jönköping 2026, Sieger Zell am See 2026 |
| Vincent Luis | FRA | Olympiamedaillengewinner, Heimrennen in Nizza |
| Lionel Sanders | CAN | Sieger 70.3 Dallas-Little Elm 2026 |
Frauen (Auswahl)
| Name | Nation | Besondere Auszeichnungen |
|---|---|---|
| Taylor Knibb | USA | Dreifache 70.3-Weltmeisterin (2022, 2023, 2024) |
| Solveig Løvseth | NOR | Amtierende IRONMAN-Weltmeisterin (2025), Siegerin IRONMAN Texas & Hamburg 2026 |
| Kat Matthews | GBR | Zweifache WM-Zweite, Siegerin IRONMAN Neuseeland, 70.3 Geelong & Elsinore 2026 |
| Laura Philipp | GER | IRONMAN-Weltmeisterin Nizza 2024 |
| Marjolaine Pierré | FRA | Siegerin 70.3 Aix-en-Provence 2026, Heimrennen |
| Paula Findlay | CAN | Erfahrene Langdistanzathletin |
| Julie Derron | SUI | Olympiamedaillengewinnerin Paris 2024 |
| Imogen Simmonds | SUI | Mehrfache Pro-Series-Podiumsplatzierungen |
Nizza ist als Austragungsort für IRONMAN kein unbeschriebenes Blatt: Laura Philipp holte hier 2024 den Langdistanz-WM-Titel, Gustav Iden gewann 2019 auf diesem Kurs seinen ersten 70.3-Weltmeistertitel. Der Col de Vence hat bereits Generationen von Athleten gefordert. Dass nun erneut die besten Mitteldistanz-Triathleten der Welt durch die Gassen der Altstadt und über die Promenade des Anglais jagen, macht dieses Wochenende zu einem Pflichttermin für jeden Triathlon-Fan.





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