Ironman WM Kona 2026: Ergebnisse und Hintergründe. Luis und Knibb gewinnen, Philipp wird Zweite

Ironman WM Kona 2026: Ergebnisse und Hintergründe. Luis und Knibb gewinnen, Philipp wird Zweite
Foto: © SPOFERAN | Symbolbild (KI-generiert)

Ironman WM Kona 2026: Ergebnisse und Hintergründe. Luis und Knibb gewinnen, Philipp wird Zweite

11 oktober 20269 minutes Leestijd

Luis siegt bei seinem Kona-Debüt, Knibb profitiert von Løvseths Einbruch. Philipp wird Zweite und gewinnt die Pro Series, Lange gibt auf.

Vincent Luis hat die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gewonnen. Der 37-jährige Franzose, erst seit einem Jahr auf der Langstrecke aktiv, feierte bei seinem Kona-Debüt in 7:47:27 Stunden den größten Triumph seiner Karriere. Bei den Frauen siegte Taylor Knibb, nachdem die führende Titelverteidigerin Solveig Løvseth rund einen Kilometer vor dem Ziel einbrach. Laura Philipp wurde Zweite und sicherte sich damit auch den Gesamtsieg der Ironman Pro Series. Das Rennen am Samstag, 10. Oktober 2026, war das erste seit 2019, bei dem Männer und Frauen in Kailua-Kona am selben Tag antraten.

Männerrennen: Luis siegt beim ersten Versuch

Dass Vincent Luis auf dem Ali'i Drive die Arme hochreißen würde, hatte kaum jemand auf dem Zettel. Der frühere Kurzdistanz-Weltmeister war erst vor einem Jahr auf die Langstrecke gewechselt und bei seinen bisherigen Rennen in Frankfurt, Texas und bei der Challenge Roth nicht einmal aufs Podium gekommen. Vor dem Start hatte er angekündigt, nach 20 Jahren Karriere aufzuhören. Ein Sieg könne ihn noch einmal zum Nachdenken bringen. „Das war ein verrückter Tag, die letzten Meter waren sehr schwer", sagte er im Ziel. Er brauche „ein paar Nächte", um zu entscheiden, was er mit seinem Leben macht.

Bis weit in den Marathon hinein sah nichts nach einem Sieg von Luis aus. Beim Schwimmen bestimmten zunächst Jonas Schomburg und Wilhelm Hirsch das Tempo, ehe Marten Van Riel (Belgien) die Spitzengruppe von rund 20 Athleten bei welligen Bedingungen als Erster aus dem Wasser führte (48:17). Die viel diskutierte Taktik, das Schwimmtempo hochzuhalten, um Topfavoriten wie Sam Laidlow und Kristian Blummenfelt früh unter Druck zu setzen, ging nur bedingt auf: Die Favoriten hielten Anschluss.

Auf dem Rad übernahm Schomburg nach einem mutigen Angriff frühzeitig die Führung und baute sie auf dem Weg nach Hawi auf bis zu zwei Minuten aus. Dahinter pflügte Magnus Ditlev durchs Feld. Der Däne war als 29. aus dem Wasser gestiegen und sammelte einen Konkurrenten nach dem anderen ein. Nach dem Wendepunkt in Hawi brach Schomburgs Flucht zusammen. Erst Marquardt, dann Barnaby und schließlich Ditlev zogen vorbei. Ditlev erreichte nach 4:06:47 Stunden als Erster die Wechselzone, Laidlow folgte mit 1:30 Minuten Rückstand, Marquardt und Barnaby auf den Plätzen drei und vier.

Der Marathon wurde dann aber zum Ausscheidungsrennen. Laidlow musste kurz nach dem Start wegen eines Beinproblems aufgeben. Blummenfelt hatte sich bis auf Rang zwei vorgearbeitet, brach ab Kilometer 26 jedoch ein und fiel auf Rang acht zurück. Ditlev kämpfte nach dem Energy Lab zunehmend, blieb immer wieder stehen und gab schließlich völlig entkräftet auf. Rund zehn Kilometer vor dem Ziel übernahm Luis, der sich geduldig herangearbeitet hatte, die Führung. Von hinten kam Gustav Iden, der eine Drei-Minuten-Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens abgesessen hatte, noch einmal heran. Mit dem schnellsten Marathon (2:36:58) lief er bis auf 40 Sekunden an Luis heran, mehr war nicht drin. Luis feierte auf den letzten Metern mit den Fans und sank im Ziel erschöpft zu Boden.

Iden wurde in 7:49:03 Zweiter, 1:36 Minuten hinter Luis. Matthew Marquardt (USA), der ebenfalls eine Zeitstrafe kassiert hatte, belegte in 7:49:59 Rang drei. Gregory Barnaby (Italien) und Pierre Le Corre (Frankreich) folgten auf den Plätzen vier und fünf, Sam Long (USA) wurde Sechster. Laut Triathlete ist Luis der erste Franzose, der in Kona siegt.

Frauenrennen: Drama auf den letzten Meilen

Beim Rennen der Frauen blieb alles bis kurz vor dem Ziel offen. Taylor Knibb hatte aus dem Vorjahr eine Rechnung zu begleichen: 2025 war sie als Führende rund zwei Meilen vor dem Ziel eingebrochen und musste Løvseth den Sieg überlassen. Diesmal verließ sie T2 mit 3:06 Minuten Vorsprung auf Lucy Charles-Barclay, die zum siebten Mal in Folge als Erste aus dem Wasser kam (51:29), auf dem Marathon aber abermals aufgeben musste.

Auf den letzten Meilen kippte das Rennen zweimal. Knibb musste sich übergeben und wurde rund 4,5 Meilen vor dem Ziel von Løvseth überholt. Die Norwegerin baute ihren Vorsprung auf etwa 1:50 Minuten aus. Dann, rund einen Kilometer vor dem Ziel, stürzte Løvseth mehrfach, konnte nur noch gehen und wurde von Knibb eingeholt. Løvseth erreichte das Ziel als Achte, 25:39 Minuten hinter der Siegerin. Die beiden umarmten sich danach.

Knibb gewann in 8:36:29 Stunden. Beim Anstieg ins Energy Lab habe sie beschlossen, ihr Tempo zu kontrollieren, sagte sie hinterher: Wer dort kämpfe, verliere.

Philipp wird Zweite und gewinnt die Pro Series

Laura Philipp schrieb an diesem Tag ihre eigene Geschichte. Die Heidelbergerin und Weltmeisterin von 2024 kam nach 1:00:03 Stunden als 30. aus dem Wasser, mit 8:34 Minuten Rückstand auf die Schwimmbeste. Auf der langen Radstrecke fuhr sie nach eigener Aussage weitgehend allein, was ihr half, das eigene Tempo zu finden. Mit dem schnellsten Marathon aller Frauen (2:50:43) arbeitete sie sich bis auf Platz zwei vor und beendete das Rennen in 8:39:34, drei Minuten und fünf Sekunden hinter Knibb.

Weil Løvseth auf Rang acht ins Ziel kam, fiel der Gesamtsieg der Ironman Pro Series an Philipp, dotiert mit 200.000 US-Dollar. Løvseth wurde Serienzweite (130.000 US-Dollar). Dritte im Rennen wurde die Schweizerin Julie Derron bei ihrem Kona-Debüt, gefolgt von Kat Matthews (Großbritannien) und Imogen Simmonds (Schweiz). „Wie der Tag begann und wie er endete, ist einfach verrückt", sagte Philipp.

Deutsche Starter: Schomburg führt auf dem Rad, Lange steigt aus

Jonas Schomburg gab bei seinem Kona-Debüt eine intensive Vorstellung. Er bestimmte früh das Schwimmtempo, startete auf dem Rad mit einer mutigen Attacke und führte das Profifeld bis Meile 57 in Hawi an. Auf dem Rückweg bekamen ihn Krämpfe, er verlor zwölf Minuten und rutschte aus der Spitzengruppe. Mit einem soliden Marathon (2:41:45) rappelte er sich noch einmal auf und wurde am Ende Siebter in 7:56:42. Vor dem Rennen hatte er angekündigt, sein Preisgeld an 23 junge Athletinnen und Athleten zu spenden.

Für Patrick Lange endete das letzte Rennen in Kona bitter. Der 40-Jährige, dreifacher Weltmeister (2017, 2018, 2024), kam stark aus dem Wasser und fuhr zunächst mit der Spitzengruppe. Bei Kilometer 65 hielt er am Straßenrand an, griff sich an die Oberschenkelrückseite. Er fuhr weiter, gab aber in Hawi endgültig auf. „Ich hatte Krämpfe, die nicht mehr aufhören wollten. Ich habe literweise Wasser und Elektrolyte in mich hineingeschüttet. Es hat nicht geholfen", sagte er im ZDF. Vor dem Start hatte er von einem „richtig harten Tag" gesprochen.

Hinter Schomburg erreichten vier weitere Deutsche das Ziel: Jan Stratmann (15.), Frederik Funk (23.), Dominik Sowieja (25.), Wilhelm Hirsch (28.) und Florian Angert (30.). Bei den Frauen kamen neben Philipp Jenny Jendryschik (16.), Jana Uderstadt (20.), L. Konczalla (26.), Antonia Milowsky (34.) und Henrike Güber (36.) ins Ziel. Eine Übersicht mit allen Zeiten folgt unten.

Pro Series: Iden holt den Männertitel

Bei den Männern fiel die Entscheidung in der Pro Series erst im Ziel. Gustav Iden hatte vor dem Rennen rund zehn Punkte Rückstand und sicherte sich den Gesamtsieg am Ende mit 20.176 Punkten, 40 vor Schomburg. Der Sieger erhält 200.000 US-Dollar, Schomburg 130.000 US-Dollar. Die Weltmeister des Rennens bekommen je 125.000 US-Dollar.

Ergebnisse Ironman WM Kona 2026

Profis Männer: Top 12 (3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,2 km Laufen)

41 Profis erreichten das Ziel. Nicht im Ziel: Magnus Ditlev, Sam Laidlow und Patrick Lange.

Platz

Name

Gesamtzeit

Rückstand

1

Vincent Luis

7:47:27

Sieger

2

Gustav Iden

7:49:03

+1:36

3

Matthew Marquardt

7:49:59

+2:32

4

Gregory Barnaby

7:51:02

+3:35

5

Pierre Le Corre

7:53:29

+6:01

6

Sam Long

7:55:21

+7:53

7

Jonas Schomburg

7:56:42

+9:15

8

Kristian Blummenfelt

7:58:07

+10:40

9

Youri Keulen

7:58:26

+10:59

10

Menno Koolhaas

7:58:55

+11:28

11

Nick Thompson

8:01:13

+13:46

12

Cameron Wurf

8:04:01

+16:33

Profis Frauen: Top 12

36 Profis erreichten das Ziel. Nicht im Ziel: Lucy Charles-Barclay.

Platz

Name

Gesamtzeit

Rückstand

1

Taylor Knibb

8:36:29

Siegerin

2

Laura Philipp

8:39:34

+3:05

3

Julie Derron

8:46:25

+9:55

4

Kat Matthews

8:49:38

+13:08

5

Imogen Simmonds

8:51:44

+15:15

6

Lisa Perterer

8:52:54

+16:25

7

Hannah Berry

8:59:41

+23:12

8

Solveig Løvseth

9:02:09

+25:39

9

Anne-Sophie Pierre

9:03:49

+27:20

10

Grace Thek

9:06:37

+30:07

11

Elisabetta Curridori

9:09:30

+33:01

12

Lotte Wilms

9:09:48

+33:18

Deutsche Profis Männer

Platz

Name

Gesamtzeit

Rückstand

7

Jonas Schomburg

7:56:42

+9:15

15

Jan Stratmann

8:07:19

+19:51

23

Frederik Funk

8:17:29

+30:01

25

Dominik Sowieja

8:22:22

+34:54

28

Wilhelm Hirsch

8:28:17

+40:49

30

Florian Angert

8:29:40

+42:12

Nicht im Ziel: Patrick Lange (Aufgabe auf der Radstrecke, Krämpfe).

Deutsche Profis Frauen

Platz

Name

Gesamtzeit

Rückstand

2

Laura Philipp

8:39:34

+3:05

16

Jenny Jendryschik

9:15:40

+39:10

20

Jana Uderstadt

9:21:22

+44:53

26

Leonie Konczalla

9:35:33

+59:03

34

Antonia Milowsky

10:10:04

+1:33:35

36

Henrike Güber

10:36:14

+1:59:44


Die vollständigen Ergebnisse aller Altersklassen stehen auf ironman.com.

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