Über 9.200 Anmeldungen, knapp 8.100 Finisher, ein dritter Teilnehmerrekord in Folge: Der 27. VVO Oberelbe-Marathon am 26. April 2026 hat Maßstäbe gesetzt. Die Ausgabe des zweitgrößten Landschaftslaufs Deutschlands wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben. Cheforganisator Uwe Sonntag brachte es auf den Punkt: „Die Teilnehmerzahl ist abartig schön. Rund 1.400 Teilnehmer mehr als im Vorjahr zeigen eindrucksvoll, welche Strahlkraft der VVO Oberelbe-Marathon inzwischen weit über die Region hinaus besitzt."
Und weil die Nachfrage die Kapazitäten überstieg, mussten erstmals auf allen Distanzen Teilnehmerlimits ausgesprochen werden.
Königstein bis Dresden: Eine Strecke, die für sich selbst spricht
Der Oberelbe-Marathon ist ein Marathon auf einer Punkt-zu-Punkt-Strecke zwischen Königstein in der Sächsischen Schweiz und Dresden, der seit 1998 am letzten Sonntag im April stattfindet. Auf den ersten 15 Kilometern erlebt man die faszinierenden Felsformationen des Elbsandsteingebirges. In Pirna wird eine Schleife durch das historische Stadtzentrum gelaufen, bevor es weiter auf dem Elberadweg in Richtung Dresden geht. Kilometer für Kilometer reiht sich ein landschaftliches Highlight ans nächste: die Altstadt von Pirna, das „Blaue Wunder", die Elbwiesen mit Blick auf die Elbschlösser und schließlich die weltberühmte Dresdner Altstadtsilhouette mit Frauenkirche, Semperoper und Brühlscher Terrasse.
Der Oberelbe-Marathon bewegt Tatendurstige aller Alters- und Leistungsklassen mit seiner Landschaftsvielfalt in sportlicher Gemeinschaft entlang der Elbe, vom Nationalpark Sächsische Schweiz über Deutschlands beliebtesten Radweg bis hinein in das Herz der Kulturmetropole Dresden. Im Programm sind neben dem Marathon auch ein Halbmarathon, ein 10-km-Lauf, ein 5-km-Lauf, ein Kindermarathon sowie ein Bambinilauf. Dass die Teilnehmerzahlen seit Jahren wachsen, überrascht angesichts dieser Kombination kaum. Die Teilnehmer stammen aus 62 Ländern, von Neuseeland und Brasilien bis Finnland und Kanada.
Sportliche Highlights: Sieg trotz Bahnschranke
Bei den Männern stürmte Lucas Herrmann vom SCC Berlin zum Sieg. Seine offizielle Zielzeit: 2:24:45 Stunden. Der Weg dorthin verlief allerdings nicht ohne Widrigkeiten: Eine geschlossene Bahnschranke stoppte die Spitzengruppe zwischenzeitlich, ein Streckenrekord blieb damit außer Reichweite. „Bis zur Hälfte sah es auch noch gut aus", sagte Herrmann. Starker Gegenwind auf den letzten Kilometern tat sein Übriges. Hinter dem Sieger liefen Patrick König aus Görlitz in 2:25:35 Stunden und der Dresdner Peter Frohnwieser in 2:29:19 Stunden auf das Podium. Herrmanns älterer Bruder Lennart, mit dem er eigentlich gemeinsam auf dem Podest hatte stehen wollen, belegte Rang vier.
Bei den Frauen gewann Ricarda-Sofie Meyer aus Nürnberg in 2:58:40 Stunden und blieb damit bei ihrem erst zweiten Marathon direkt unter der Drei-Stunden-Marke. „Ich bin das erste Mal hier gelaufen, die Strecke war toll, das Wetter auch und die Stimmung war richtig gut. Es hat riesig Spaß gemacht", sagte sie im Ziel. Theresa Döpping aus Leipzig folgte in 3:07:24 Stunden auf Rang zwei, den dritten Platz belegte Olga Khvostikova in 3:16:41 Stunden.
Ziel im Heinz-Steyer-Stadion: Geschichte trifft Gegenwart
Ein emotionaler Höhepunkt für viele Läuferinnen und Läufer war erneut der Zieleinlauf im Heinz-Steyer-Stadion. Die Geburtsstunde des Heinz-Steyer-Stadions ist auf den 12. Oktober 1919 datiert, als die „Spielstätte im Ostragehege" durch ein Fußballspiel eingeweiht wurde. In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden hier Meisterschaften und internationale Wettkämpfe ausgetragen sowie mehr als ein Dutzend Weltrekorde in der Leichtathletik aufgestellt. Nach dreijähriger Modernisierung wurde das umgebaute Heinz-Steyer-Stadion am 30. August 2024 feierlich wiedereröffnet. Das Heinz-Steyer-Stadion ist in seiner Multifunktionalität nahezu einzigartig in Deutschland und bietet sowohl für Spitzen- und Leistungssport als auch für Vereins- und Breitensport beste Bedingungen.
Für den OEM kehrte das Stadion bereits zum zweiten Mal als Zielort zurück. „Der Einlauf durch das Marathontor, die besondere Atmosphäre des Ovals und die letzten Meter auf der Tartanbahn sind einfach nicht zu toppen", schwärmte eine Teilnehmerin im Ziel. Zu den Nutzern des Stadions zählt auch der Oberelbe-Marathon e.V., der damit einen festen Platz in dieser traditionsreichen Dresdner Sportstätte hat.
Ehrliches Fazit: Was besser laufen soll
Ein Event dieser Größenordnung bringt logistische Herausforderungen mit sich. Bei der Anreise zu den Startorten kam es bei den S-Bahnen zu Problemen: Einer der Sonderzüge fiel aus, ein weiterer erreichte den Startbereich erst mit deutlicher Verspätung. Die Veranstalter bedauern die Unannehmlichkeiten ausdrücklich und werten die Situation gemeinsam mit allen beteiligten Partnern aus. Fast 90 Prozent der Teilnehmer an einer früheren Befragung wussten, dass sie mit der Startnummer zu ihrem Start fahren können, 68 Prozent haben dies auch getan. „Für das Angebot gab es Lob, die Kapazität auf der S-Bahn werden wir angesichts der Beliebtheit in Abstimmung mit der DB Regio im kommenden Jahr erhöhen." Auch die Wegeführung im Stadion soll für 2027 gezielt optimiert werden, um Wartezeiten zu verkürzen und Zugänge zu erleichtern.
Trotz dieser Punkte fällt das Gesamtbild eindeutig aus. Rund 500 Helferinnen und Helfer, treue Partner und tausende Zuschauerinnen und Zuschauer entlang der Strecke haben dazu beigetragen, dass der 27. VVO Oberelbe-Marathon ein Lauftag wurde, der weit über Zeiten und Platzierungen hinausging. Die Anmeldung für den 28. VVO Oberelbe-Marathon am 25. April 2027 ist bereits geöffnet.





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