Sieger und Ergebnisse vom GutsMuths Rennsteiglauf 2026 auf allen Distanzen

Sieger und Ergebnisse vom GutsMuths Rennsteiglauf 2026 auf allen Distanzen
Foto: © SPOFERAN | Symbolbild (KI)

Sieger und Ergebnisse vom GutsMuths Rennsteiglauf 2026 auf allen Distanzen

9 mei 20264 minutes Leestijd

Florian Bochert, Leon Schübel und Frank Merrbach triumphieren auf Halbmarathon, Marathon und Supermarathon. Erfahre, wie die Favoriten sich durchsetzten.

Der GutsMuths Rennsteiglauf gilt als Deutschlands größtes und ikonischstes Crosslauf-Ereignis und zog auch in diesem Jahr wieder Tausende ins Thüringer Wald. Mit Halbmarathon (21,1 km, Start Oberhof), Marathon (42,2 km, Start Neuhaus) und Supermarathon (74 km, Start Eisenach) bot die Veranstaltung das gewohnte Streckenangebot, alle mit Ziel in Schmiedefeld am Rennsteig. Der Halbmarathon startete bei Nebel und kühlen Temperaturen in der LOTTO-Arena Oberhof, im Ziel empfing die Läuferinnen und Läufer Sonnenschein.

Halbmarathon: Bochert gewinnt im elften Anlauf, Hübel dominiert

Florian Bochert brauchte elf Starts, um auf dem Rennsteig ganz oben zu stehen. Nach drei Podestplätzen in den Vorjahren lief der 25-jährige Bielefelder in 1:14:15 Stunden als erster durch das Zieltor auf dem Sportplatz in Schmiedefeld. Die Verbindung zum Ort ist dabei familiär: Großvater und Vater stammen aus Schmiedefeld. „Der Sieg beim Rennsteiglauf ist für mich etwas ganz Besonderes", sagte Bochert im Ziel. Nach einem Sieg beim Hermannslauf über 31 Kilometer war er in Bestform angereist und setzte sich rund bei Kilometer 5 vom Verfolger-Trio ab.

Auf der Zielgeraden lieferten sich Simon Pulfer aus dem Allgäu und der Jenaer Sportstudent Lukas Wieseke einen Zweikampf um Platz 2. Pulfer kam in 1:15:19 Stunden vier Sekunden vor Wieseke ins Ziel. Für Wieseke, der für den gastgebenden Rennsteiglaufverein startet, war es dennoch der größte Erfolg seiner Karriere. „Das Podium hätte ich noch nicht für möglich gehalten", sagte der aus der Rhön stammende Läufer. Trainer Alexander Fritsch, selbst zweifacher Rennsteiglaufsieger und Leiter des neugegründeten Leistungssportteams des Vereins, zeigte sich begeistert.

Bei den Frauen gab es keine Überraschung: Nadine Hübel aus Fulda gewann den Halbmarathon zum fünften Mal. Die 43-Jährige lief in 1:23:04 Stunden mit fast sechs Minuten Vorsprung auf Platz 1. Nach einer verletzungsbedingten Pause im Vorjahr kehrte sie stärker zurück als je zuvor und lief vom Start weg ein einsames Rennen. „Ich hatte keine Ahnung, wie groß der Vorsprung war, erst auf der Zielgeraden habe ich mich umgedreht", sagte sie. Die 18-jährige Schweizerin Wälti, Überraschungssiegerin des Vorjahres, kam diesmal auf Platz 4. Den zweiten Platz sicherte sich Hannah Weyers, 22-jährige Mainzerin und Biochemiestudentin an der FSU Jena, in 1:28:59 Stunden: bei ihrem ersten Rennsteiglauf-Start gleich auf das Podium. Rang 3 belegte Janine Kohlmann aus Neuss in 1:29:34 Stunden.

Marathon: Schübels Traum erfüllt sich im fünften Anlauf

Beim INTERSPORT-Marathon von Neuhaus nach Schmiedefeld erfüllte sich Leon Schübel seinen größten Lauftraum. Der 29-jährige Stadtsteinacher, im Vorjahr noch Zweiter, gewann bei seinem fünften Rennsteigmarathon in 2:38:25 Stunden mit rund eineinhalb Minuten Vorsprung auf Sebastian Nitsche aus Leipzig. „Es war mein großer Traum, den Rennsteiglauf zu gewinnen", sagte der Oberfranke. Bis Kilometer 18 liefen beide zusammen, dann setzte sich Schübel ab. Nitsche, der 2018 und 2019 bereits zweimal gewonnen hatte, war nach Platz 10 im Vorjahr selbst überrascht über seinen Podiumsplatz: „Ich habe sieben Monate verletzungsfrei und diszipliniert trainieren können, das hat sich gelohnt." Den dritten Platz belegte der Suhler Robin Zehner in 2:45:45 Stunden, ebenfalls ein deutlicher Sprung nach vorn gegenüber seinem elften Platz aus dem Vorjahr.

Bei den Frauen lief die Dresdnerin Hannah Schönmuth bei ihrer Marathonpremiere direkt zum Sieg. Die Empfehlung kam von ihrem Trainer Ralf Gohritz, selbst mehrfacher Rennsteiglaufsieger: Sie wollte ihren ersten Marathon nicht auf der Straße laufen. Schönmuth ließ das Rennen ruhig angehen, baute dabei einen Vorsprung von acht Minuten auf die beiden Thüringerinnen aus und gewann in 3:08:48 Stunden. Ann-Kathrin Deubner aus Hermsdorf, die bislang nur im Halbmarathon an den Start gegangen war, lief in 3:16:17 Stunden auf den zweiten Platz. Knapp eine Minute dahinter kam Katja Voigtmann (Torpedo Ichtershausen) ins Ziel. Für den Marathon hatten insgesamt 2.950 Läuferinnen und Läufer gemeldet, 2.489 gingen um 9 Uhr in Neuhaus an den Start.

Supermarathon: Merrbach kämpft sich von hinten vor

Die „Königsstrecke" über 74 Kilometer von Eisenach nach Schmiedefeld begann um 6 Uhr morgens bei 5 Grad auf dem Eisenacher Marktplatz. 1.814 Läuferinnen und Läufer gingen an den Start. Vorjahressieger Frank Merrbach gewann die Strecke zum fünften Mal, diesmal musste er sich das Ergebnis allerdings hart erarbeiten. Lange Zeit führte Norman Junker, der erst eine Woche zuvor spontan gemeldet hatte und bei seinem Debüt im Ultralauf-Wettkampf eine starke Vorstellung ablieferte. Merrbach kämpfte sich Meter für Meter heran: „Als der Rückstand nur noch zwei Minuten betrug, habe ich daran geglaubt, dass ich es noch schaffen kann." Bei Kilometer 59, kurz vor dem Beerberg, überholte der 43-Jährige und lief bis ins Ziel einen Vorsprung von 2:42 Minuten heraus. Seine Siegerzeit: 5:11:22 Stunden. „Ich bin glücklich, aber völlig kaputt", sagte er danach. Junker, der für das Running Team Ortenau startet, bezeichnete den Rennsteigsupermarathon als „völlig neue Erfahrung" und kündigte an wiederzukommen.

Den dritten Platz belegte Jonas Hünersen aus Freiberg in 5:34 Stunden. Der 28-jährige Student, im Vorjahr noch 15., freute sich über seinen ersten Podiumsplatz beim dritten Start: „In den letzten beiden Jahren habe ich viel Lehrgeld gezahlt, heute lief es optimal." Bester Thüringer wurde Adrian Panse (GutsMuths-Rennsteiglauf) auf Platz 6, der bis Oberhof noch auf Rang 3 gelegen hatte.

Bei den Frauen gewann Almut Dreßler-Ahlburg aus Berlin in 6:22:00 Stunden. Im vierten Anlauf gelang der Vorjahresvierte damit endlich der erste Supermarathon-Sieg. Mit elf Minuten Vorsprung lief sie vor Theresa Döpping (LFV Oberholz, 6:33:11) und Christine Fischer-Bedtke aus Leipzig (6:38:15) ins Ziel. Lange Zeit lief sie gemeinsam mit der zweitplatzierten Döpping, die beiden gönnten sich dabei sogar ein Gespräch über Familie. „Ich bin froh, dass es heute geklappt hat, auch wenn ich mit der Zeit nicht ganz zufrieden bin", sagte die Siegerin.

Insgesamt verzeichnete die 53. Auflage des GutsMuths Rennsteiglaufs 18.801 Anmeldungen über alle Strecken. Mit fast 2.500 Ultramarathonis beim Supermarathon zählt die Veranstaltung mehr Ultrastarter als jedes andere Rennen in Deutschland.

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