🗽 Vom Traum zur Startlinie – meine Road to New York
Der Traum, einmal den New York City Marathon zu laufen, entstand bereits 2023. Dabei wollte ich nicht einfach nur einen Startplatz bekommen, sondern mir die Teilnahme durch eine entsprechende Qualifikationszeit verdienen.
Meine Wahl fiel auf den HASPA Hamburg Marathon 2025. Nach Monaten gezielter Vorbereitung, unzähligen Trainingskilometern und vielen frühen Morgenstunden gelang mir im April 2025 die notwendige Qualifikation. Meine Bewerbung für New York war erfolgreich – das große Ziel stand fest: 1. November 2026!
🏃 Bewusst genießen statt Bestzeit jagen
Für New York hatte ich mir eine ganz andere Strategie vorgenommen als bei meinen bisherigen Marathons. Diesmal sollte nicht die persönliche Bestzeit im Mittelpunkt stehen, sondern das Erlebnis.
Meine geplante Belastung lag im Bereich meines mittleren bis zügigen Dauerlaufs. Bei einer Marathon-Pulszone von etwa 157 Schlägen pro Minute bedeutete das, den Puls rund 7–8 Schläge darunter zu halten. Die Grenze von 150 bpm wollte ich konsequent bis Kilometer 39 einhalten.
Der Hintergrund: Nach dem Marathon stand eine ganze Woche New York mit meiner Familie auf dem Programm. Viele Sehenswürdigkeiten, Spaziergänge und gemeinsame Erlebnisse warteten auf uns. Ich wollte den Marathon genießen und gleichzeitig genügend Energie für diese besondere Familienwoche behalten.
🚌 4:20 Uhr – Der Marathonmorgen beginnt
Der Wecker klingelte um 4:20 Uhr. Möglichst leise machte ich mich fertig, um meine Familie in unserem Vierbettzimmer nicht zu wecken. Squeezy-Gels in die Flasks füllen, Verpflegung kontrollieren, Laufsachen anziehen und los!
Mit meinem Poncho vom Berlin Marathon ging es zur U-Bahn und anschließend zur Fähre nach Staten Island. Ab dort übernahm eine beeindruckende Organisation: Tausende Läufer wurden mit Bussen zum Startgelände transportiert. Eine ganze Karawane von Bussen bewegte sich über Staten Island – ein Erlebnis für sich.
Nach Sicherheitskontrolle und weiteren Fußwegen erreichte ich meinen Startbereich. Dort gab es Bagels, weitere Kohlenhydrate, Kaffee, Wasser und Gatorade. Bei zunächst etwa 6 Grad war meine Rettungsfolie für die lange Wartezeit genau richtig. Ich sah wieder einmal aus wie eine Folienkartoffel! 😂
🌉 Gänsehaut auf der Verrazzano-Narrows Bridge
Um 9:10 Uhr war es endlich so weit. Wir wurden zum eigentlichen Startbereich auf der gewaltigen Verrazzano-Narrows Bridge geführt, die Staten Island mit Brooklyn verbindet.
Die gesamte Brücke war für den Verkehr gesperrt und mit Tausenden Läufern gefüllt. Wir starteten in Wave 1 von insgesamt fünf Startwellen.
Ein unglaublicher Anblick und absolute Gänsehaut!
Dann der Startschuss, die Uhr gestartet und mein persönlicher Genuss-Marathon begann. Die ersten Kilometer über die Brücke liefen hervorragend. Mein Puls war genau dort, wo ich ihn haben wollte. Bergab ging es locker mit einer Pace von etwa 4:00 min/km.
❤️ Brooklyn – New York kann Marathonstimmung!
Schon in Brooklyn wurde deutlich, warum dieser Marathon weltweit so besonders ist.
Bands links und rechts der Strecke, teilweise dreireihig stehende Zuschauer, Musik, Jubel und eine Begeisterung, die kaum zu beschreiben ist.
Überall hatten Anwohner eigene kleine Verpflegungsstände aufgebaut und boten den Läufern Getränke und Snacks an. Selbst kleine Kinder standen am Straßenrand und verteilten Lutscher und Bonbons. Und das wohl ungewöhnlichste Angebot: ein halber Hotdog für die Läufer! 🌭
Mein persönliches Highlight war allerdings mein eigens gestaltetes Laufshirt:
MUNICH ❤️ NEW YORK – FABIAN
Die Reaktionen waren fantastisch! Immer wieder hörte ich „MUNICH!“, „NEW YORK LOVES MUNICH TOO!“ oder „FABIAN, GO!“. Auch zahlreiche Anfeuerungsrufe auf Deutsch waren dabei.
Das Shirt war ein voller Erfolg und hat viele Gespräche und Begegnungen ermöglicht. Vielen Dank an Hannes für die Organisation! Für zukünftige große Marathons ist ein individuelles Shirt definitiv wieder eingeplant.
🌉 Queensboro Bridge – die längste gefühlte Steigung
Von Brooklyn ging es weiter nach Queens und über die Queensboro Bridge nach Manhattan. Was für eine lange Brücke! Gefühlt ging es nur bergauf. Bei Kilometer 25 war das durchaus eine Herausforderung.
Kurz danach wollte meine Familie bei Kilometer 26 auf mich warten. Ich hielt Ausschau, aber bei den Menschenmassen und der unglaublichen Stimmung konnte ich sie leider nicht entdecken. Sie haben mich allerdings gesehen!
🏙️ Manhattan, Bronx und zurück in den Central Park
Die Stimmung blieb auch auf dem weiteren Weg Richtung Bronx und zurück nach Manhattan unglaublich. Die Verpflegung war hervorragend organisiert. Gefühlt gab es alle paar Kilometer Getränke und Verpflegung. Irgendwann musste ich sogar beginnen, einzelne Wasserstationen auszulassen.
Meine Squeezy-Gels nahm ich regelmäßig ein und hielt meinen Puls konsequent unter 150 bpm. Die Strategie funktionierte perfekt.
Dann kam der Central Park.
Ich dachte bereits, dass die Stimmung in Brooklyn kaum zu übertreffen wäre. Aber die letzten Kilometer im Central Park waren noch einmal eine ganz andere Dimension. Die Lautstärke, die Begeisterung und die Motivation der Zuschauer erinnerten eher an ein großes Konzert als an einen Marathon.
Bei Kilometer 39 war mein ursprünglicher Plan erfüllt. Jetzt durfte es noch einmal schneller werden! Die letzten drei Kilometer habe ich bewusst beschleunigt und den Zieleinlauf in vollen Zügen genossen.
🏅 3:16:07 Stunden – und ein unvergesslicher Zieleinlauf
Auch im Zielbereich war die Organisation beeindruckend. Fotografen, Helfer, Medaillenausgabe, Getränke und Zielverpflegung – alles lief perfekt.
Nach meiner Medaille bekam ich den warmen orangefarbenen Finisher-Poncho und machte mich auf den Weg zur Abholung meines Zielbeutels. Schließlich traf ich meine Familie am vereinbarten Treffpunkt.
Nach einem kurzen Wechsel in trockene Kleidung ging es gemeinsam zurück ins Hotel. Duschen, die Blasen an den Füßen versorgen und erst einmal durchatmen.
Meine Ergebnisse:
Nettozeit: 3:16:07 Stunden
Altersklasse M55–59: Platz 120 von 2.107
Männer gesamt: Platz 3.233 von 31.993
Overall: Platz 3.853 von 61.075
❤️ Der Marathon war erst der Anfang
Der New York City Marathon war für mich weit mehr als ein sportlicher Wettkampf. Es war die Erfüllung eines langjährigen Traums, eine unglaubliche Erfahrung mit Menschen aus aller Welt und ein Tag voller Emotionen.
Besonders schön war, dass wir anschließend noch eine ganze Woche gemeinsam als Familie in New York verbringen konnten. So wurde aus einem sportlichen Ziel eine unvergessliche Reise.
Was bleibt? Eine Medaille, eine tolle Zeit, viele Fotos und vor allem unzählige Erinnerungen.
Von einem Traum im Jahr 2023 über die Qualifikation in Hamburg 2025 bis zum Zieleinlauf in New York 2026.
Thank you, New York! 🗽❤️





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