Der 48. Leipzig Marathon am 19. April 2026 ist Geschichte, und er wird in der Vereinschronik des traditionsreichen Frühjahrsklassikers einen besonderen Platz einnehmen. Regen, Rekorde und ein Sieger, den kaum jemand auf der Rechnung hatte: Jakob Lange schrieb beim seinem Marathondebüt in Leipzig eine Geschichte, die über den Sport hinausgeht.
Teilnehmerrekord trotz Regen
Für die insgesamt sechs Lauf-Wettbewerbe entlang der Leipziger Straßen meldeten sich knapp 14.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, so viele wie noch nie zuvor. Kaum war Marathonsieger Jakob Lange im Ziel, öffnete der Himmel seine Schleusen. Für den Großteil des Feldes wurde der Tag damit zu einer feuchten Angelegenheit, doch die Stimmung an der Strecke ließ sich davon nicht trüben. Veranstaltungsleiter Michael Mamzed zog ein positives Fazit: „Abgesehen vom Wetter sind wir sehr glücklich mit der diesjährigen Ausgabe." Die größte organisatorische Herausforderung sei der Halbmarathon gewesen, vor allem am Start habe es Geduld gebraucht.
Den stärksten Zuspruch unter allen Distanzen fand der Halbmarathon mit mehr als 6.500 Teilnehmenden. Start und Ziel lagen wie in den Vorjahren am Sportforum, zwischen der Red Bull Arena und der Quarterback Immobilien Arena, von wo aus der zertifizierte 21-km-Kurs durch das Herz der Stadt führt, den die Marathonläufer zweimal absolvieren. Bereits am Vormittag liefen beim Stadtwerke Schülermarathon und beim Stadtwerke Kinderlauf die jüngsten Teilnehmer bei noch trockenem Wetter ins Ziel. Auch hier gab es einen neuen Rekord: 2.700 Kinder gingen an den Start.
Jakob Lange: Vom Schnee auf den Asphalt
Das sportliche Highlight des Tages lieferte ein Mann, der bis vor Kurzem noch auf Skiern unterwegs war. Fünf Medaillen bei Juniorenweltmeisterschaften, drei Continental-Cup-Gesamtsiege und 90 Weltcupeinsätze stehen in der Biografie von Jakob Lange als Nordischem Kombinierer. Jetzt hat der in Flintsbach am Inn lebende 30-Jährige seine aktive Laufbahn als Nordischer Kombinierer beendet und konzentriert sich auf seine Karriere als Marathonläufer, für den PTSV Rosenheim an den Start geht.
Dass Lange das Potenzial für die lange Distanz mitbringt, hatte er zuletzt eindrucksvoll bewiesen. Im Februar 2026 stellte er beim Marathon in Sevilla eine neue persönliche Bestzeit von 2:16:40 Stunden auf. In Leipzig legte er nach: In 2:17:43 Stunden lief er solo ins Ziel und sicherte sich seinen ersten Marathonsieg überhaupt in der sächsischen Metropole. Für ihn war es gleichzeitig das Debüt auf der Königsdistanz in Leipzig, nachdem er beim 47. Leipzig Marathon noch den Halbmarathon gewonnen hatte, damals nach 1:07:51 Stunden.
Im Zielbereich ließ Lange seiner Begeisterung freien Lauf: „Es hat großen Spaß gemacht. Die zweite Runde war zäh, aber die Zuschauer an der Strecke waren so toll. Leipzig hat es mir einfach angetan. Coole Stadt, coole Strecke!" Platz zwei belegte Habtamu Agumas Geleta von der SG Motor Gohlis Nord, der bei seinem Heimrennen knapp acht Minuten nach dem Sieger das Ziel erreichte.
Antonia Müller verteidigt Titel in Bestzeit
Bei den Frauen gab es ebenfalls eine starke Leistung zu feiern. Antonia Müller von der LG eXa Leipzig gewann die Marathondistanz zum zweiten Mal in Folge, nach ihrem ersten Triumph 2024. Diesmal lief sie in persönlicher Bestzeit von 2:43:07 Stunden ins Ziel. Damit unterstrich die Leipzigerin eindrucksvoll, dass ihr Sieg im Vorjahr kein Zufallsprodukt war.
Dass der Leipzig Marathon in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Teilnehmerzahlen. Titelverteidiger Nic Ihlow, der den Marathon zuletzt viermal in Folge gewonnen hatte, musste seinen Start in diesem Jahr wegen Krankheit absagen und konnte seine Erfolgsserie damit nicht fortsetzen. Sein Ausfall öffnete das Rennen für neue Sieger, und Jakob Lange nutzte die Chance. Für den Leipziger Frühjahrsklassiker war es trotz des Regens eine Ausgabe, die in Erinnerung bleiben wird.







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