Extremläufer Savas Coban gastiert am Samstag, 10. Oktober 2026, in der Stadthalle Bräunlingen. Einlass ist um 19:00 Uhr, Beginn um 19:30 Uhr. Tickets kosten 15 Euro und sind über den Schwarzwald-Marathon erhältlich.
Der Abend findet im Rahmen des Schwarzwald-Marathon-Wochenendes statt, einem Laufevent mit langer Geschichte. Der Schwarzwald-Marathon gilt als weltältester Natur- und Frauenmarathon und ist weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt. 1968 vom SV Donaueschingen und dem TuS Bräunlingen ins Leben gerufen, war er der erste auf Volksläufer ausgerichtete Marathon in Westdeutschland. Dass ausgerechnet ein Extremläufer vom Format Cobans für den Vortragsabend gewonnen wurde, passt zur Tradition dieses Laufs.
Wer ist Savas Coban?
Savas Coban ist Extremsportler, Ultraläufer und Abenteurer aus Bremen. Bekannt wurde er durch die Netflix-Dokumentation „Trail der Träume", die seinen 5.170 Kilometer langen Solo-Lauf durch Peru zeigt: durch Wüste, Hochgebirge und Dschungel, 87 Tage lang, täglich einen Ultramarathon, ohne Begleitteam.
Die Wahl fiel auf Peru, weil es dort aufgrund der verschiedenen Klimazonen sehr facettenreich ist. Er lief durch drei extreme Klimazonen: die Wüste Perus mit den stärksten UV-Strahlen der Welt, die Anden mit über 4.000 bis 5.000 Höhenmetern und den Amazonas-Dschungel. Coban musste aufgrund der schwierigen politischen Lage und den im Dezember 2022 ausgebrochenen Unruhen im Land mehrfach Routenänderungen vornehmen und zum Teil Straßensperren und Barrikaden überwinden.
Peru war nicht der Anfang. Angefangen hatte alles mit einer spontanen Fahrradtour während Corona: Hamburg nach Sevilla, ohne Plan und mit zu viel Gepäck. 2021 lief er dann täglich einen Ultramarathon und insgesamt knapp 2.250 Kilometer von München nach Istanbul. Nach Peru folgte ein weiteres Großprojekt: ein Lauf in gerader Linie durch die Mongolei, von der russischen Grenze im Norden bis zur chinesischen Grenze im Süden. Die Mongolei-Dokumentation „Running the Line" feierte im Juni 2025 Premiere in Bremen. Von August bis November 2025 umrundete Coban in 80 Tagen die Türkei. Er lief dabei täglich einen Ultramarathon, insgesamt rund 5.000 Kilometer von Istanbul nach Istanbul. Als in Deutschland geborener Sohn türkischer Einwanderer lief er damit erstmals durch das Land seiner Herkunft.
Was den Abend ausmacht
Im Vortrag geht Coban der Frage nach, was einen Menschen antreibt, wenn der Körper längst aufgehört hat zu kooperieren. Peru war für ihn die bisher härteste Herausforderung, nicht wegen der Distanz, sondern wegen der Bedingungen. Der härteste Moment der gesamten Reise war nicht in der Doku zu sehen: in den Anden, vollständig durchnässt, stundenlang zitternd, in Minusgraden, weit und breit kein Ort in Sichtweite. Nicht Höhenkrankheit, nicht Sonnenbrand, nicht politische Unruhen, sondern Unterkühlung mitten in der Einsamkeit.
Für Cobans eigene Form des Ultralaufens gilt: niemals all-in. Energiemanagement ist die eigentliche Disziplin, nicht Pace oder Herzfrequenz. Der Körper gewöhnt sich an extreme Belastungen, aber nur, wenn er nicht täglich ans absolute Limit gebracht wird. Diese Erkenntnisse trägt er an dem Abend in Bräunlingen weiter, und sie dürften auch für Läufer weit unterhalb des Ultramarathon-Niveaus relevant sein.
Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zum persönlichen Austausch sowie zur Signierstunde. Das Buch „Trail der Träume ...und Albträume" (Polyglott Verlag, 2023) ist die ausführliche Nacherzählung des Peru-Laufs. Am 6. Mai 2026 erschien sein neues Buch „HOMERUN" bei Imagine Books, in dem es um die Türkei-Umrundung geht: 80 Ultramarathons, 80 Tage, 5.000 Kilometer entlang der türkischen Grenzen von Istanbul zurück nach Istanbul.
Der Rahmen: Schwarzwald-Marathon 2026
Der Vortragsabend eröffnet das Marathon-Wochenende in Bräunlingen. Zum Programm des Schwarzwald-Marathons gehören neben dem Hauptlauf auch ein Halbmarathon, ein 10-km-Lauf, ein Staffelmarathon sowie Schülerläufe. Die Marathonstrecke besteht zu 80 Prozent aus gut befestigten Waldwegen und zu 20 Prozent aus Asphaltwegen. Bis etwa Kilometer 21 ist sie leicht ansteigend, danach leicht fallend. Auf den ersten 21 Kilometern werden dabei rund 300 Höhenmeter überwunden.
Einen Extremläufer, der 87 Tage täglich einen Ultramarathon absolviert hat, als Gast für einen Vortragsabend zu gewinnen, setzt ein klares Zeichen. Der Schwarzwald-Marathon verbindet damit sportliche Wettkampfkultur mit einem Abend, der zeigt, wozu menschliche Ausdauer fähig ist.





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