Go One More Ultra 2026: Kim Gottwald will als jüngster Sieger Geschichte schreiben

Go One More Ultra 2026: Kim Gottwald will als jüngster Sieger Geschichte schreiben
Bild: © SPOFERAN | Symbolbild (KI)

Go One More Ultra 2026: Kim Gottwald will als jüngster Sieger Geschichte schreiben

7. April 20263 Minuten Lesezeit

Am 10. April startet in Texas das legendäre Backyard-Ultra G1M mit drei Deutschen, darunter Kim Gottwald mit dem Ziel von 100 Runden.

Am 10. April 2026 geht es auf der Bare Ranch in Austin, Texas los – Startschuss um 19 Uhr deutscher Zeit. Der Go One More Ultra, veranstaltet von Bare Performance Nutrition, ist eines der meistbeachteten Backyard-Ultra-Events weltweit. Und in diesem Jahr steht mit Kim Gottwald ein Deutscher ganz oben auf der Beobachtungsliste.

Gleich drei Athleten aus Deutschland gehen an den Start. Ihre Ausgangspositionen könnten dabei kaum unterschiedlicher sein.

Das Rennen – Stunde für Stunde, bis einer übrig bleibt

Für alle, die mit dem Backyard-Ultra-Format noch nicht vertraut sind: Es gibt keine feste Distanz und keine klassische Ziellinie. Jede Stunde starten alle verbliebenen Läuferinnen und Läufer zu einer 6,706-Kilometer-Runde. Wer die Runde nicht rechtzeitig beendet, ist raus. Das wiederholt sich, bis nur noch ein Mensch steht. Erst dann gibt es einen Sieger – alle anderen erhalten ein DNF.

Auf der Bear Ranch bedeutet das konkret: eine 4,2-Meilen-Runde aus zwei Schleifen auf gut präpariertem Trail, minimale Höhenmeter. Klingt machbar. Wird es aber spätestens nach 40 Stunden nicht mehr sein.

Dazu kommen die Bedingungen. Austin im April kann gnädig sein – oder gnadenlos. Temperaturen von 28 bis 35 Grad sind realistisch, heftige Gewitter keine Seltenheit. 2025 war es genau ein solches Unwetter, das das Rennen beim Start der 57. Runde abbrach und für einen außergewöhnlichen Co-Sieg sorgte.

Kim Gottwald – mit einem klaren Ziel nach Texas

Kim Gottwald ist 22 Jahre alt, kommt aus Köln und hat in den letzten zwölf Monaten zwei Rennen gewonnen, die er selbst als die größten seines Lebens bezeichnet.

Beim Go One More Ultra 2025 – seinem allerersten Backyard Ultra – überstand er zusammen mit Kendall Picado Fallas als letzter Athlet ein 30-stündiges Duell, bevor das Rennen wegen eines Extremgewitters mit Überflutung abgebrochen wurde. Co-Sieg. 56 abgeschlossene Runden, die 57. bereits gestartet.

Wenige Monate später, im Oktober 2025, gewann er den selbst veranstalteten Last Soul Ultra in Bornheim – 67 Runden, knapp 449 Kilometer, allein als letzter Mann auf der Strecke. Sein aktueller persönlicher Rekord.

Für Texas hat er sich ein Ziel gesetzt, das er selbst als kaum vertretbar bezeichnet: 100 Runden laufen und das Rennen gewinnen. Als jüngster Athlet der Geschichte. 670 Kilometer. Auf eigene Aussage hin haben das weltweit erst 18 Menschen geschafft – darunter mit Hendrik Boury erst ein einziger Deutscher, der diese Marke im Oktober 2025 bei der Einzel-Weltmeisterschaft in Tennessee erreichte.

Gottwald selbst lässt dabei keine falschen Bescheidenheiten zu, aber auch keine Selbstüberschätzung. Sein Statement auf Instagram spricht für sich:

Darf ich so eine Ansage machen? Ehrlich gesagt nicht. Mit meinem aktuellen Personal Best von 67 Runden bin ich davon noch weit entfernt.

Dass er die Vorbereitung dennoch mit voller Ernsthaftigkeit angeht, zeigt sich in den Details: Hitzetraining im Saunaanzug, 168-Kilometer-Trainingssimulationen, 170 Kilometer auf langen Einheiten in den Wochen zuvor. Der Körper soll auf das vorbereitet sein, was in Texas wartet. Die öffentliche Erwartungshaltung kommt noch dazu – rund 330.000 Instagram-Follower begleiten diesen Anlauf.

Klar ist: Gottwald wird nicht allein kämpfen. Im Starterfeld steht mit Harvey Lewis einer der besten Backyard-Ultra-Läufer der Welt. Der Amerikaner ist zweifacher Weltmeister (2021 und 2023), ehemaliger Weltrekordhalter mit 108 Runden und lief bei der WM 2025 noch mit zwei gebrochenen Rippen 111 Runden – eine neue persönliche Bestleistung. Beim Rennen in Austin wird Lewis übrigens 50 Jahre alt. Ein Generationenduell, das sich gewaschen hat.

Aleksander Lingauer – vom Crew zum Starter

Eine ganz andere Geschichte bringt Aleksander Lingauer mit nach Texas. Der gebürtige Warschauer, der in Regensburg lebt und als Physiotherapeut arbeitet, war beim Go One More Ultra 2025 noch als Crewmitglied von Kim Gottwald dabei. Dieses Jahr startet er selbst.

Lingauer ist kein klassischer Wettkampfläufer. Seine Leistungen sind anders zu lesen: 2022 wanderte er 419 Tage durch 13 europäische Länder. 2024 lief er 61 Marathons in 61 Tagen – Sylt bis Regensburg, 2.573 Kilometer, für die Hilfsorganisation Space-Eye und Obdachlosenarbeit des Deutschen Roten Kreuzes. Eine Einladung von BPN, beim G1M Ultra selbst anzutreten, erhielt er nach diesem Sommer.

Es ist sein erster kompetitiver Backyard Ultra. Wie weit er kommt, ist offen. Dass er die Atmosphäre des Rennens kennt und weiß, was nach Runde 20, 30, 40 auf einen zukommt, ist vielleicht sein größter Vorteil.

Niclas Schauermann – der dritte Deutsche im Bunde

Komplettiert wird das deutsche Trio durch Niclas Schauermann aus dem Raum Köln. Über seine Vorerfahrungen im Backyard-Ultra-Format ist öffentlich wenig bekannt. Er startet, und das allein ist Aussage genug.

Die Teilnehmer auf SPOFERAN

Das vollständige Starterfeld mit über 150 Athletinnen und Athleten aus zahlreichen Ländern ist auf SPOFERAN einsehbar – von Costa Rica bis Australien, von Großbritannien bis Thailand:

👉 Alle Teilnehmer auf SPOFERAN

Der Start ist am 10. April 2026 um 19 Uhr deutscher Zeit. Danach läuft die Uhr – jede Stunde neu, bis einer übrig bleibt.

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