Mark Dowdle aus Saint Paul, Minnesota, ist der Sieger des Go One More Ultra 2026. Der Amerikaner beendete die 73. Runde in 51 Minuten und 48 Sekunden – souverän, kontrolliert, und mit dem Gefühl, dass da noch mehr drin gewesen wäre. Sein Kontrahent Kendall Picado Fallas aus Costa Rica startete dieselbe Runde, schaffte es aber trotz eines Sprints in der Schlussphase nicht mehr rechtzeitig ins Ziel. Das Rennen war damit entschieden.
Mark Dowdle gewinnt den G1M Ultra 2026 mit 73 abgeschlossenen Runden, knapp 490 Kilometern (307 Meilen), und 65 Stunden reiner Laufzeit.
Vom Start bis zum Ende sind 73 Stunden vergangen. Das entspricht für Mark eine Pausenzeit von lediglich 8 Stunden in 3 vollen Tagen.
Die vollständigen Ergebnisse gibt es auf SPOFERAN:
Runde 72 – als die Kräfte fast gleichzeitig versagten
Was in den letzten Stunden auf der Bare Ranch passierte, lässt sich kaum dramatischer beschreiben. Nach genau drei Tagen und drei Nächten auf dem Trail standen Dowdle und Picado Fallas noch gemeinsam auf der Strecke – zwei Männer, die alles andere als komfortabel unterwegs waren.
Runde 72 beendeten beide in 59 Minuten und 47 Sekunden. Dreizehn Sekunden vor dem Aus. Keine Erholungszeit, kein Durchatmen – direkt wieder auf die Startlinie, direkt wieder los. Es ist einer jener Momente, die das Backyard-Ultra-Format von allem anderen trennt: Man läuft nicht gegen die Uhr, man überlebt sie.
Runde 73 startete sofort. Dowdle lief sie in 51:48 Minuten – eine Zeit, die nach fast 64 Stunden reiner Laufzeit schlicht schwer zu fassen ist.
Picado Fallas kam trotz einem emotionalen Sprint am Ende nicht mehr durch und scheiterte kurz vor der Ziellinie.
Kendall Picado Fallas wird Zweiter
Für Kendall Picado Fallas ist es das zweite bittere Ende beim Go One More Ultra innerhalb von zwei Jahren – wenn auch unter völlig anderen Vorzeichen. 2025 teilte er sich den Sieg mit Kim Gottwald, weil ein Gewitter das Rennen in Runde 57 abbrach. Ein erzwungenes Unentschieden. 2026 lief er bis Runde 72 und scheiterte am Ende an einer Runde, die er nicht mehr vollenden konnte.
72 abgeschlossene Runden, knapp 483 Kilometer, über 60 Stunden Laufzeit. Das ist keine Niederlage im klassischen Sinne. Es ist das Maximum dessen, was ein menschlicher Körper unter diesen Bedingungen leisten kann. Trotzdem hat es für ihn leider nicht gereicht.
Kim Gottwald mit 58 Runden
Kim Gottwald hatte das Rennen bereits in Runde 59 gemeinsam mit Harvey Lewis, dem zweifachen Weltmeister, verlassen. Beide konnten die 59. Runde nicht mehr beenden. 58 abgeschlossene Runden, 389 Kilometer und knapp über 49 Stunden reiner Laufzeit. Das entspricht einer Pausenzeit von nur 9 Stunden.
Das Ziel von 100 Runden und dem Gesamtsieg wurden nicht erreicht. Gottwald selbst hatte im Vorfeld betont, dass diese Ansage kaum zu rechtfertigen sei. Sein aktueller persönlicher Rekord von 67 Runden aus der Last Soul Ultra 2025 bleibt bestehen. Runde 58 beendete er in 58:23 Minuten, mit wenigen Sekunden vor dem Aus, bevor die 59. Runde ihm endgültig das Limit aufzeigte.
Das Rematch gegen Picado Fallas, das 2025 offen geblieben war, ist damit entschieden: Kendall lief weiter.
Aleksander Lingauer schafft 37 Runden beim ersten Mal
Aleksander Lingauer beendete seinen ersten kompetitiven Backyard Ultra nach 37 Runden. Für einen Athleten, der bis dato keine Wettkampferfahrung in diesem Format hatte und 2025 noch als Crewmitglied von Gottwald auf der Ranch war, ist das eine belastbare Grundlage – und mit Sicherheit nicht sein letzter Start.
Ein Rennen, das bleibt
Mark Dowdle ist kein Name, der in der Backyard-Ultra-Szene bislang ganz oben stand. Das hat sich geändert. Wer 73 Runden läuft und damit 73 Stunden durchhält, in Runde 72 mit 13 Sekunden Spielraum ins Ziel kommt und dann die nächste Runde in unter 52 Minuten absolviert, der hat nicht nur gewonnen. Der hat gezeigt, was in diesem Format möglich ist.
Das Go One More Ultra 2026 ist zu Ende. Die Bare Ranch in Austin ist wieder still.








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