Vier Siege in 65,5 Stunden: Mein persönlicher Pfingst-Marathon im Leistungswalking

Vier Siege in 65,5 Stunden: Mein persönlicher Pfingst-Marathon im Leistungswalking
Foto: © Felicitas Beßeler

Vier Siege in 65,5 Stunden: Mein persönlicher Pfingst-Marathon im Leistungswalking

26 mei 20262 minutes Leestijd

Vier Wettkämpfe, vier Siege und ein Sturz – wie ich in 65,5 Stunden 44,5 km Walking meisterte und dabei innerlich stärker wurde.

Vier Wettkämpfe, vier Siege, ein Sturz, und das alles innerhalb von 65,5 Stunden. Mein Pfingstwochenende 2026 war kein gewöhnliches Sportwochenende. Es war eine persönliche Mission, angetrieben von Dankbarkeit, Herzensenergie und dem unbedingten Willen, weiterzugehen, auch wenn es wehtut.

Freitag Abend am Auesee: Der Start aus Dankbarkeit

Alles begann am Freitagabend, dem 22. Mai, in Wesel. Die Lauffreunde HADI Wesel luden zum 7. Esel-Walk Wesel ein, einer Walking- und Nordic-Walking-Veranstaltung am Auesee. Die 7,5 km lange Strecke führt auf der beleuchteten Runde am Westenergie Auestadion und ist sportabzeichenfähig. Ich startete um 19:15 Uhr, nicht nur mit dem Ziel zu gewinnen, sondern mit einem ganz persönlichen Antrieb: Ich walkte aus tiefer Dankbarkeit für ein Wunder, für eine glückliche Fügung, und für das Leben meines Vaters.

Teil 1 meiner Mission war erfüllt.

Was danach folgte, war logistisch gesehen nicht unbedingt vernünftig, aber für mich alternativlos. Ich fuhr noch in derselben Nacht knapp 400 Kilometer in Richtung Harz.

Pfingstsamstag im Harz: 22 Kilometer Walking mit 545 Höhenmetern

Seit 2006 findet der Bad Harzburger Bergmarathon alljährlich am Pfingstsamstag statt, ein fester Termin im deutschen Laufkalender. Start und Ziel liegen auf der Galopprennbahn des Harzburger Rennvereins, und die Strecken führen ausschließlich auf Waldwegen durch den Naturpark Harz. Für die Walking-Kategorie über 22 Kilometer startete ich um 10:05 Uhr, nach genau drei Stunden Schlaf. Auf der Halbmarathonstrecke steigen die Teilnehmer auf bis zu 618 Meter über NN und werden mit einem direkten Blick auf den Brocken belohnt.

Ich besinne mich bei solchen herausfordernden Trail-Veranstaltungen stets auf die Stimme meines Herzens. Mit einer fokussierten Geisteshaltung und einem inneren Wohlgefühl ist für mich immer alles möglich. Mein Sport ist zu einem zentralen Medium geworden, er soll meinem Innenleben Ausdruck verleihen. Ich walke für meine Herzenswünsche, und ich starte aus Dankbarkeit für all jene, die sich bereits erfüllt haben. Auch dieser Wettkampf endete mit einem Sieg.

Pfingstmontag in Dortmund: Doppelstart und ein Sturz, der mich nicht aufhält

Den Abschluss meines persönlichen Pfingst-Marathons bildete der 30. Dortmunder Friedenslauf am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, in Dortmund-Kirchlinde. Die Strecke führt über Straßen und Schotterwege und beinhaltet auch einen Anstieg. Ich hatte mich für beide Walking-Distanzen angemeldet: 10 Kilometer um 9:45 Uhr und 5 Kilometer um 12:45 Uhr. Letztes Jahr hatte ich die 5-km-Strecke bereits gewalkt, dieses Jahr wollte ich mehr.

Die 10 Kilometer absolvierte ich bewusst kontrolliert, um für den zweiten Start noch Reserven zu haben. Auf den 5 Kilometern wollte ich dann alles geben. Doch nach etwa 400 Metern stürzte ich und knallte vorwiegend mit meinem linken Ellbogen auf den unebenen Steinboden. Ich spürte den Schock und die plötzliche innere Anspannung. Denn ich wollte für Frieden walken, aus tiefstem Herzen.

Ich stand sofort wieder auf. Den betroffenen Arm konnte ich nicht mehr so einsetzen wie gewohnt, also verlagerte ich alles auf meine Beine, die Hüfte und den rechten Arm. Ich kämpfte die gesamte Zeit über mit den Tränen, denn innerlich spielte sich weit mehr in mir ab als nur dieser Lauf. Am Ende siegte das Wohlgefühl, gekämpft und alles richtig gemacht zu haben. Meine innere Mission war erfüllt. Vier Wettkämpfe, vier Gesamtsiege, 44,5 Kilometer Leistungswalking.

Was mir dieses Wochenende gegeben hat

Mein Sport ist nicht Selbstzweck. Er ist Ausdruck, Dankbarkeit, Haltung. Ich walke nicht gegen etwas, sondern immer für etwas. Diese innere Ausrichtung trägt mich, auch wenn ich falle, im Wettkampf oder im Leben.

Wir sind Menschen und dürfen fallen. Wir dürfen Fehler machen. Und wir dürfen dafür einstehen, daraus zu lernen und mit erhobenem Haupt daran zu wachsen, um schließlich, mit mentaler Stärke, zur rechten Zeit mit der Erfüllung unserer Herzenswünsche belohnt zu werden.

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