Vienna City Marathon 2026: Neuer Streckenrekord und über 42.000 Finisher feiern Lauf-Festival

Vienna City Marathon 2026: Neuer Streckenrekord und über 42.000 Finisher feiern Lauf-Festival
Bild: © VCM / Jenia Symonds

Vienna City Marathon 2026: Neuer Streckenrekord und über 42.000 Finisher feiern Lauf-Festival

20. April 20262 Minuten Lesezeit

Erlebe den VCM 2026 mit neuem Streckenrekord, über 42.000 Finishern und einem einzigartigen Konzert im Goldenen Saal des Musikvereins.

Mehr als 42.000 Finisher, ein neuer Streckenrekord und ein Konzert im Goldenen Saal des Musikvereins: Der Vienna City Marathon 2026 hat am vergangenen Wochenende ein Lauf-Festival der besonderen Art geliefert. Insgesamt hatten sich rund 49.000 Läuferinnen und Läufer angemeldet, so viele wie noch nie zuvor. „Das häufigste Feedback, das wir bekommen: Die Stimmung war grandios!", sagte VCM-Geschäftsführerin Kathrin Widu am Tag nach dem Event.

Streckenrekord durch eine außergewöhnliche Athletin

Den sportlichen Höhepunkt des Wochenendes setzte Tigist Gezahagn. Die 26-Jährige, die seit ihrer Geburt schwer sehbeeinträchtigt ist und bereits auf zwei Siege bei den Paralympics über 1.500 Meter verweisen kann, unterbot die bisherige VCM-Bestmarke von 2:20:59 aus dem Jahr 2022 um mehr als 50 Sekunden und lief nach 2:20:06 durchs Zielband. Es war zugleich ihre persönliche Bestzeit. Nach Siegen in Ljubljana und Doha lief sie in Wien nicht nur zum dritten Marathon-Sieg in Folge, sondern auch zur dritten persönlichen Bestzeit in Serie.

Gemeinsam mit Haftamnesh Tesfaye hatte sich Gezahagn früh vom Feld gelöst. Nach zehn Kilometern lag das Duo bereits 39 Sekunden vor der Konkurrenz. Kurz vor der 30-km-Marke gab es einen Schreckmoment: Tesfaye touchierte Gezahagn am Fuß, stürzte, stand aber sofort wieder auf und schloss die Lücke schnell. Als der Pacemaker kurz vor der Ringstraße ausstieg, gestaltete sich der Zweikampf auf den letzten zwei Kilometern zu einem packenden Finish. Hier bewies Gezahagn ihre Qualitäten. Tesfaye blieb mit 2:20:18 ebenfalls unter der alten Streckenrekordmarke.

Bei den Männern überraschte der Kenianer Fanny Kiprotich, der sich in 2:06:54 Stunden durchsetzte und damit vor Oqbe Kibrom aus Eritrea und Charles Mneria aus Kenia gewann. Der 24-jährige Kenianer siegte mit Respektabstand, verpasste die Wien-Bestmarke von 2:05:08 aber deutlich. Wieder einmal fiel die Vorentscheidung im Prater, wo Kiprotich sich erst gemeinsam mit Kibrom bei einer Verpflegungsstation von der Spitzengruppe absetzte und kurz darauf um die 32-km-Marke auch den Favoriten stehen ließ.

Österreichische Akzente im Elitefeld und im Nachwuchs

Aus österreichischer Sicht sorgte Andreas Vojta für ein starkes Resultat: Er belegte in 2:15:07 Stunden den neunten Gesamtrang und war damit bester Österreicher im Feld. Eva Wutti kam als beste österreichische Läuferin in 2:42:37 durchs Ziel und erreichte damit Rang zehn. Nicht der erhoffte Tag war es hingegen für Aaron Gruen: Der ÖLV-Rekordhalter musste kurz vor der Halbmarathonmarke aufgeben.

Im Wiener Städtische Halbmarathon gingen die Siege klar nach Österreich. Timo Hinterndorfer gewann mit 1:02:58 Stunden, Larissa Matz in 1:15:15. Die zweitplatzierte Nicole Bauer verbesserte bei ihrem Debüt in 1:15:37 den österreichischen U23-Rekord des ÖLV. Bereits am Samstag hatte die Vorarlbergerin Lisa Redlinger beim Vienna 5K auf der Ringstraße aufgezeigt. Sie lief beim Vienna 5K in 15:34 einen neuen österreichischen Rekord und verbesserte die bisherige Bestmarke um sechs Sekunden.

Konzert, Rekordanmeldungen und Blick in die Zukunft

Neben dem Wettkampf setzte der VCM 2026 auch kulturell ein Zeichen. Für einen besonderen Höhepunkt sorgte das „Konzert zum Marathon", bei dem Läuferinnen und Läufer gemeinsam mit den Wiener Symphonikern im ausverkauften Goldenen Saal des Musikvereins auftraten. VCM-Geschäftsführer Dominik Konrad bezeichnete das Konzept als in der weltweiten Marathonszene einzigartig. Entlang der Strecke sorgten 66 Hot-Spots mit Live-Musik für Stimmung.

42.070 Finisher verzeichnete der VCM 2026 über alle neun Bewerbe hinweg, 2.500 mehr als im Vorjahr. Die Veranstalter betonen dabei, dass Qualität und Sicherheit Vorrang vor reinem Wachstum haben. Dennoch wird geprüft, ob künftig mehr Startplätze möglich sind. Eine konkrete Idee: den Halbmarathon auf den Samstag zu verlegen, um die baulichen Engpässe in der Stadt zu entschärfen. „Hier sind wir am Beginn der Planungsphase und liegen im Moment bestenfalls bei fünf Prozent", sagte Konrad.

Das Interesse der Läuferszene ist jedenfalls ungebrochen. Mit dem Startschuss zum Marathon um 9 Uhr öffnete gleichzeitig die Anmeldung für den VCM 2027. In den ersten 30 Stunden gingen bereits 1.600 Anmeldungen ein.
Der nächste Vienna City Marathon findet am 18. April 2027 statt.

Hat Dir der Beitrag gefallen? Lass es den Autor wissen – jetzt applaudieren oder kommentieren!

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr vom Autor

0 Kommentare

Was denkst du dazu? Teile Deine Meinung mit der Community.

Melde Dich an, um einen Kommentar zu verfassen.

Einloggen